Katzen vegetarisch & vegan ernähren – Studien, Risiken & Möglichkeiten

Viele Menschen entscheiden sich für eine vegetarische oder vegane Ernährung. Doch wie sieht es bei deiner Katze aus? Kann sie auch ohne Fleisch bedarfsgerecht ernährt werden? Katzen sind von Natur aus Fleischfresser. Sie benötigen bestimmte Nährstoffe, die vor allem in tierischen Produkten vorkommen. Hier erfährst du, welche Nährstoffe für deine Katze wichtig sind und welche Möglichkeiten es für eine fleischfreie Ernährung gibt. So kannst du besser einschätzen, welche Voraussetzungen eine solche Fütterung erfüllen muss und ob sie für deine Katze infrage kommt.

Ofrieda, 17.07.2025 – Letzte Überprüfung: 31.07.2026

Kapitelübersicht

Was bedeutet vegetarisch und vegan?

Ist eine vegetarische oder vegane Ernährung für Katzen möglich?

Unverzichtbar: Diese Nährstoffe braucht deine Katze

Geeignetes Futter finden – 4 Punkte, auf die du achten solltest

Katzen fleischfrei füttern – Ist das natürlich & artgerecht?

Vorteile – Mögliche Gründe für Katzenfutter ohne Fleisch

Risiken der vegetarischen und veganen Katzenernährung

Studien – Das sagt die Wissenschaft zur fleischfreien Fütterung

4 häufige Fragen zu veganem und vegetarischem Katzenfutter

Was bedeutet vegetarisch und vegan?

Vegetarisch bedeutet eine Ernährung ohne Fleisch und Fisch. Eier und Milchprodukte können dabei zum Speiseplan gehören. Die vegane Ernährung geht weiter: Sie basiert auf pflanzlichen und anderen nicht-tierischen Lebensmitteln. Personen, die vegan leben, essen keine tierischen Produkte wie Milch, Käse oder Honig. Viele achten zudem auf lederfreie Kleidung sowie tierversuchsfreie und vegane Kosmetik. Die Gründe für eine vegane Ernährung sind vielfältig. Häufig spielen Tierwohl, Umweltaspekte und persönliche gesundheitliche Überlegungen eine Rolle.

Ist eine vegetarische oder vegane Ernährung für Katzen möglich?

Katzen sind obligate Karnivoren (Fleischfresser). Das bedeutet, dass sie bestimmte Nährstoffe benötigen, die hauptsächlich in tierischen Produkten vorkommen. Die Bezeichnung „Fleischfresser“ bedeutet jedoch nicht, dass jeder benötigte Nährstoff zwingend unmittelbar aus Fleisch stammen muss. Einige Nährstoffe kommen beispielsweise auch in Eiern oder Milchprodukten vor. Einige der benötigten Nährstoffe können auch über andere tierische Produkte bereitgestellt werden. Daher ist eine vegetarische Ernährung in der Regel leichter umzusetzen als eine vollständig vegane.

Eine vegane Ernährung ist anspruchsvoll, da hier alle tierischen Zutaten ersetzt werden müssen. Da Katzen einige pflanzliche Nährstoffe schlechter verwerten können als tierische, ist eine sorgfältige Zusammensetzung des Futters entscheidend. Bei veganem Katzenfutter müssen alle essenziellen Nährstoffe über geeignete nicht-tierische Zutaten oder zugelassene Zusatzstoffe bereitgestellt werden. So kann ein entsprechend zusammengesetztes veganes Alleinfuttermittel grundsätzlich auf den bekannten Nährstoffbedarf ausgewachsener Katzen abgestimmt werden.

Wenn du deine Katze vegetarisch oder vegan ernähren möchtest, setze auf speziell entwickelte Alleinfuttermittel. Achte darauf, dass das Produkt ausdrücklich als Alleinfuttermittel für Katzen und für die jeweilige Lebensphase gekennzeichnet ist. Ein solches Futter ist dafür vorgesehen, den täglichen Nährstoffbedarf bei bestimmungsgemäßer Fütterung zu decken. Selbst zusammengestellte Mahlzeiten ohne die richtige Dosierung von Ergänzungen bergen das Risiko von Mangelerscheinungen und sind daher nicht empfehlenswert.

Unverzichtbar: Diese Nährstoffe braucht deine Katze

Für eine bedarfsgerechte Ernährung benötigt deine Katze unter anderem Nährstoffe, die vorwiegend in tierischen Produkten vorkommen. Was und wie viel ergänzt werden muss, ist unterschiedlich. Je nachdem, ob deine Katze vegetarisch (mit Milchprodukten und Eiern) oder vegan (ohne tierische Produkte) ernährt werden soll.

Taurin

Taurin ist unter anderem für die normale Herz- und Sehfunktion der Katze wichtig. Chemisch hergestelltes Taurin kann als ernährungsphysiologischer Zusatzstoff eingesetzt werden und wird auch vielen herkömmlichen Katzenfuttern zugesetzt. Es wird durch eine chemische Reaktion aus einfachen Bausteinen wie Schwefel und Ethanolamin hergestellt. Synthetisches Taurin hat die gleiche Struktur wie natürliches Taurin aus Fleisch. Deine Katze kann es also genauso gut verwerten.

L-Carnitin

L-Carnitin ist am Energiestoffwechsel und am Transport von Fettsäuren beteiligt. L-Carnitin kommt vor allem in tierischen Geweben und besonders in rotem Fleisch vor und wird wie Taurin auch in herkömmlichem Futter ergänzt. L-Carnitin entsteht durch Fermentation mit speziellen Bakterien oder durch eine chemische Reaktion aus Aminosäuren.

Arachidonsäure

Arachidonsäure ist eine für Katzen essenzielle Fettsäure und an verschiedenen Körperfunktionen beteiligt. Deine Katze muss sie über die Nahrung aufnehmen, da ihr Körper sie nicht selbst bilden kann. Hunde hingegen können sie selbst herstellen. Arachidonsäure kommt vor allem in tierischen Fetten wie Geflügel- und Fischöl vor. Vegetarisch ernährte Katzen können sie über Eier aufnehmen. Als nicht-tierische Quelle kann beispielsweise Arachidonsäure aus dem Pilz Mortierella alpina eingesetzt werden.

Vitamin A

Vitamin A ist wichtig für die Augen, die Haut und das Immunsystem. Katzen können pflanzliches Beta-Carotin nicht ausreichend in Vitamin A umwandeln und benötigen deshalb vorgebildetes Vitamin A über das Futter. Es steckt in Leber, Fischöl und Eigelb und wird auch in herkömmlichem Futter ergänzt. Für Futtermittel stehen auch industriell hergestellte Vitamin-A-Verbindungen zur Verfügung. Da sowohl eine Unter- als auch eine Überversorgung problematisch sein kann, muss der Gehalt sorgfältig bemessen werden.

Vitamin D

Vitamin D ist unter anderem für den Calcium- und Phosphorstoffwechsel sowie die normale Knochenfunktion deiner Katze wichtig. Sie kann es nicht – wie wir Menschen – durch Sonnenlicht synthetisieren und muss es über die Nahrung aufnehmen. Es gibt zwei Formen von Vitamin D. Vitamin D₂ stammt meist aus pflanzlichen Quellen, während Vitamin D₃ typischerweise aus Wollfett (Lanolin) oder Fischöl gewonnen wird. Bei Katzen unterscheiden sich Vitamin D₂ und D₃ hinsichtlich ihrer biologischen Verfügbarkeit. Für die Rezeptur muss daher eine geeignete Quelle gewählt werden. Mittlerweile gibt es auch veganes Vitamin D₃, das aus UV-bestrahlten Flechten hergestellt wird.

Vitamin B12

Vitamin B12 ist wichtig für die Nerven und den Stoffwechsel deiner Katze. Es ist fast ausschließlich in tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Fisch, Eiern und Milch enthalten. Für Nahrungsergänzungsmittel wird es durch Fermentation gewonnen. Bei einer vegetarischen oder veganen Rezeptur müssen bestimmte Nährstoffe gezielt ergänzt werden, damit das Futter den bekannten Ernährungsbedarf der Katze abdecken kann. Die meisten dieser Stoffe werden auch herkömmlichen Alleinfuttermitteln mit Fleisch zugesetzt.

Mythos oder Wahrheit: Sind synthetische Zusatzstoffe schlecht?

Viele Menschen glauben, dass alles Natürliche gut und alles Künstliche schlecht sei. Diese Einteilung greift zu kurz. Entscheidend ist der Aufbau eines Stoffes und seine Wirkung im Körper – nicht seine Herkunft. Es gibt natürliche Stoffe, die giftig sind und synthetisch hergestellte Stoffe, die ernährungsphysiologisch genutzt werden können. Hier sind einige Gründe, warum synthetische Nährstoffe eine gute Wahl sein können:

Gleiche chemische Struktur 

Synthetische Nährstoffe sind oft identisch mit ihren natürlichen Pendants. Ihr chemischer Aufbau und ihre Wirkung im Körper sind in vielen Fällen gleich. Beispielsweise ist synthetisches Vitamin C (Ascorbinsäure) biochemisch nicht von natürlichem Vitamin C aus Früchten zu unterscheiden.

Kontrollierte Herstellung und geprüfte Verwendung

Synthetische Stoffe werden unter kontrollierten Bedingungen hergestellt. Durch kontrollierte Herstellungsverfahren können Zusammensetzung und Reinheit standardisiert werden.

Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung

Die synthetische Herstellung hilft dabei, natürliche Ressourcen zu schonen.

Wissenschaftlich geprüfte Sicherheit 

Sowohl synthetische als auch natürliche Zusatzstoffe müssen strenge Sicherheitsprüfungen bestehen, bevor sie zugelassen werden.

Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe können dazu dienen, bestimmte Nährstoffe in einer definierten Menge bereitzustellen – sowohl in fleischhaltigem als auch in fleischfreiem Futter. Selbst roh gefütterte Katzen nehmen indirekt synthetische Zusätze auf, da sie im Futter der Nutztiere enthalten sind. Während das Nährstoffangebot in der Natur schwankt, kann eine Rezeptur mit Zusatzstoffen an den Nährstoffbedarf der jeweiligen Lebensphase deiner Katze angepasst werden. So kann das Futter zu einer bedarfsgerechten Nährstoffversorgung beitragen.

Geeignetes Futter finden – 4 Punkte, auf die du achten solltest

Bei der Auswahl eines geeigneten Katzenfutters musst du einige Dinge beachten. Wir zeigen dir, welche Angaben bei der Auswahl eines fleischfreien Futters hilfreich sein können.

Geringer Rohfasergehalt

Der Rohfasergehalt sollte zwischen 1 und 4 % in der Trockenmasse liegen. Deine Katze benötigt nur wenig Ballaststoffe. Ein zu hoher Faseranteil kann die Verdaulichkeit verringern, die Nährstoffaufnahme beeinträchtigen und zu Verdauungsproblemen führen. Sehr hohe Gehalte bestimmter unlöslicher Fasern können die Verdaulichkeit und Nährstoffaufnahme beeinflussen. Lösliche Fasern wie Inulin oder Flohsamenschalen können hingegen zu einer normalen Darmfunktion beitragen. Daher lohnt sich ein Blick auf die Verpackung, um ein gut ausbalanciertes Futter zu wählen.

Quelle für Arachidonsäure

Der Hersteller sollte Auskunft darüber geben können, ob der Arachidonsäuregehalt den anerkannten Ernährungsempfehlungen für die jeweilige Lebensphase entspricht. Für Trockenfutter sind mindestens 7 mg pro 100 g empfehlenswert, für Nassfutter mindestens 1,6 mg. Diese Fettsäure ist essenziell für deine Katze, da sie sie nicht selbst herstellen kann.

Omega-3-Fettsäuren (EPA & DHA)

Katzen können pflanzliche Omega-3-Fettsäuren nicht gut in die wichtigen Formen EPA und DHA umwandeln. Algenöl aus Schizochytrium kann als Quelle für DHA und je nach Produkt auch für weitere Omega-3-Fettsäuren dienen. Omega-3-Fettsäuren sind unter anderem Bestandteil von Haut und Fell.

Detaillierte Angaben zu Nährwerten

Zusätzliche Informationen des Herstellers können die Beurteilung des Futters erleichtern. Wichtig sind genaue Angaben zu essenziellen Nährstoffen, besonders zu Aminosäuren, Fettsäuren, Vitaminen und Mineralstoffen. Auch die Verdaulichkeit und die Verfügbarkeit der enthaltenen Nährstoffe sind wichtige Kriterien.

Katzen fleischfrei füttern – Ist das natürlich & artgerecht?

Eine vegetarische oder vegane Ernährung ist für Katzen nicht natürlich. In der Natur könnten sie sich ohne Fleisch nicht selbstständig und bedarfsdeckend ernähren. Auch Trockenfutter, Nassfutter oder BARF stehen dort nicht auf dem Speiseplan. Hauskatzen jagen keine Rinder oder Schweine – trotzdem sind diese Zutaten in vielen Futtersorten enthalten. Eine natürliche Fütterungssituation lässt sich nicht unmittelbar auf die Ernährung von Hauskatzen übertragen. Die Lebensbedingungen wild lebender Katzen unterscheiden sich deutlich von denen betreuter Hauskatzen.

Ob eine fleischfreie Fütterung als artgerecht bewertet wird, ist umstritten. Für die ernährungsphysiologische Beurteilung ist entscheidend, ob das Futter den besonderen Nährstoffbedarf der Katze zuverlässig abdeckt. Ein bedarfsdeckendes Futter kann die ernährungsphysiologischen Anforderungen erfüllen. Ob es darüber hinaus als artgerecht angesehen wird, hängt auch von der zugrunde gelegten Definition ab. Auch in herkömmlichem Futter sind viele Nährstoffe nicht natürlich, sondern werden zugesetzt. Zum Beispiel Taurin: Es geht bei der Verarbeitung des Futters verloren – auch in tierischen Produkten – und wird fast immer ergänzt. Dasselbe gilt für Vitamin B12 und Vitamin A. Wenn Zusatzstoffe in herkömmlichem Futter selbstverständlich sind, gibt es keinen Grund, sie bei fleischfreiem Futter anders zu bewerten.

In der Natur gibt es weder Futternäpfe noch regelmäßigen Mahlzeiten. Auch kommerzielles Katzenfutter mit Fleisch entspricht nicht unmittelbar der natürlichen Beute einer Katze. Entscheidend ist, dass das jeweilige Alleinfuttermittel für Katzen und die entsprechende Lebensphase bestimmt ist und den anerkannten Nährstoffempfehlungen entspricht. Das gilt grundsätzlich sowohl für fleischhaltige als auch für fleischfreie Rezepturen.

Vorteile – Mögliche Gründe für Katzenfutter ohne Fleisch

Fleisch ist eine Zutat, die in fast jedem Katzenfutter enthalten ist. Doch es gibt verschiedene Gründe, sich mit vegetarischen oder veganen Alternativen zu beschäftigen.

1. Alternative bei bestimmten Futtermittelunverträglichkeiten

Manche Katzen reagieren empfindlich auf bestimmte tierische Proteinquellen, beispielsweise einzelne Fleisch- oder Fischarten. Mögliche Anzeichen sind Juckreiz, Hautveränderungen oder Magen-Darm-Beschwerden. Je nach Auslöser können alternative Proteine, darunter auch pflanzliche Quellen, infrage kommen. Welche Proteinquelle geeignet ist, sollte im Rahmen einer tierärztlich begleiteten Ausschlussdiät individuell geprüft werden.

2. Jeder Bissen ein gutes Gewissen

Für viele Halterinnen und Halter spielen bei der Futterwahl auch ethische und ökologische Überlegungen eine Rolle. Mit vegetarischem Katzenfutter lässt sich der Einsatz tierischer Zutaten reduzieren. Pflanzliche Proteinquellen können je nach Rohstoff und Produktionsweise eine geringere Klimawirkung aufweisen als bestimmte tierische Proteinquellen. Wie groß der Unterschied tatsächlich ist, hängt jedoch von der gesamten Rezeptur, Herstellung und Verpackung ab. Entscheidend bleibt, dass das gewählte Futter den Nährstoffbedarf deiner Katze abdeckt.

Risiken der vegetarischen und veganen Katzenernährung

Auch wenn vegetarisches und veganes Katzenfutter eine Option für Katzen sein kann, gibt es Risiken, die du berücksichtigen solltest. Wir erklären dir, worauf du bei der fleischlosen Ernährung deiner Katze achten solltest.

Nährstoffmangel

Katzen benötigen einige Nährstoffe, die sie normalerweise aus tierischen Zutaten beziehen. Wenn der Bedarf nicht gedeckt ist, können Mangelerscheinungen auftreten. Wichtig sind vor allem Taurin, Arachidonsäure und Vitamin A. In fleischfreien Rezepturen müssen diese Nährstoffe über geeignete nicht-tierische Quellen oder zugelassene Zusatzstoffe bereitgestellt werden. Wir empfehlen, das Futter nicht selbst zusammenzustellen, sondern ein geeignetes Alleinfuttermittel zu wählen.

Akzeptanzprobleme

Katzen sind wählerisch, was ihr Futter angeht. Manchmal ist es schwer, sie von einem neuen Futter zu überzeugen. Fleischfreies Katzenfutter riecht anders als Futter mit Fleisch, weshalb deine Katze zu Beginn skeptisch sein könnte. Gib ihr genügend Zeit, sich an Geruch, Geschmack und Konsistenz des neuen Futters zu gewöhnen.

Harnwegserkrankungen

Katzen haben einen leicht sauren Urin-pH-Wert (ca. 6,0 bis 6,5), da ihre Nahrung als Fleischfresser hauptsächlich aus tierischen Proteinen besteht. Pflanzliche Proteine haben jedoch eine andere Zusammensetzung und neigen dazu, den Urin alkalischer zu machen (höherer pH-Wert). Dies kann das Risiko für Harnwegserkrankungen erhöhen.

Durch eine sorgfältige Rezeptur lässt sich der Urin-pH-Wert gezielt beeinflussen. Methionin kann in einer entsprechend zusammengesetzten Rezeptur zur Einstellung eines geeigneten Urin-pH-Wertes eingesetzt werden. Zudem sollten Hersteller darauf achten, das Mineralstoffverhältnis im Futter sorgfältig auszubalancieren. Ob ein fleischfreies Futter den Urin-pH-Wert ungünstig beeinflusst, hängt von der gesamten Rezeptur und der individuellen Katze ab. Bei entsprechender Veranlagung oder bestehenden Harnwegsproblemen sind tierärztliche Kontrollen sinnvoll.

Geringe Verdaulichkeit

Ein hoher Anteil wenig aufbereiteter pflanzlicher Bestandteile kann die Verdaulichkeit eines Futters verringern. Katzen haben eine kurze Darmstruktur, die darauf ausgelegt ist, tierische Nahrung zu verdauen. Pflanzliche Zutaten enthalten oft mehr Ballaststoffe, was die Nährstoffaufnahme erschwert. Zudem sind einige wichtige Aminosäuren in pflanzlichen Quellen nur in geringen Mengen vorhanden. Um die Verdaulichkeit pflanzlicher Futtermittel zu verbessern, gibt es verschiedene Wege. Eine Möglichkeit ist die Verwendung von pflanzlichen Proteinisolaten. Sie haben einen hohen Proteinanteil und es sind wenig unverdauliche Pflanzenbestandteile enthalten. Beispiele sind Erbsen-, Mais- oder Reisproteinisolate. Ein weiterer Ansatz ist die gezielte Ergänzung essenzieller Aminosäuren. Insbesondere werden Taurin und Methionin ergänzt. Ziel ist es, das Aminosäureprofil dem von tierischem Eiweiß anzugleichen. Durch geeignete Rohstoffe, Aufbereitung und Ergänzung essenzieller Aminosäuren kann die Verdaulichkeit einer fleischfreien Rezeptur verbessert und ihr Nährstoffprofil an den Bedarf der Katze angepasst werden.

Studien – Das sagt die Wissenschaft zur fleischfreien Fütterung

In den vergangenen Jahren ist das Interesse an einer vegetarischen oder veganen Ernährung von Katzen deutlich gestiegen. Daher gibt es auch immer mehr Studien zu den gesundheitlichen Folgen einer fleischfreien Fütterung.

In einer weltweiten Befragung machten 1.369 Halterinnen und Halter Angaben zum Gesundheitszustand fleischbasiert oder vegan ernährter Katzen. Bei mehreren untersuchten Gesundheitsindikatoren zeigten sich zahlenmäßige Tendenzen zugunsten der vegan ernährten Katzen. Die Unterschiede waren jedoch überwiegend nicht statistisch signifikant. Zudem beruhten die Ergebnisse auf Angaben der Halterinnen und Halter und nicht auf standardisierten klinischen Untersuchungen. [1]

Auch in einer kanadischen Befragung wurden die vegan ernährten Katzen von ihren Halterinnen und Haltern überwiegend ähnlich gesund eingeschätzt wie konventionell ernährte Katzen. Einzelne Unterschiede wurden zugunsten der veganen Gruppe berichtet. Aufgrund des beobachtenden Studiendesigns und der Selbstauskünfte lässt sich daraus jedoch kein belegbarer gesundheitlicher Vorteil ableiten. [2]

Eine Studie aus dem Jahr 2006 verglich 34 vegetarisch ernährte Katzen mit 52 Katzen, die konventionelles Futter aus Fleisch bekamen. Der Fokus lag auf Krankheiten wie Fettleibigkeit und Diabetes. Das Ergebnis: Die bisherigen Studien liefern erste Hinweise darauf, dass sorgfältig zusammengesetzte fleischfreie Alleinfuttermittel grundsätzlich möglich sein können. Die Datenlage ist jedoch begrenzt. Viele Untersuchungen beruhen auf Selbstauskünften, umfassen nur wenige vegan oder vegetarisch ernährte Katzen und erlauben keine sicheren Aussagen zu langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen. [3]

Gibt es Langzeitstudien?

Es gibt keine Langzeitstudien zu vegetarischem oder veganem Katzenfutter. Laboranalysen und anerkannte Nährstoffempfehlungen sind wichtige Grundlagen für die Entwicklung eines Alleinfuttermittels. Sie können langfristige Fütterungsstudien und klinische Beobachtungen jedoch nicht vollständig ersetzen.

Organisationen wie das NRC (National Research Council) oder die FEDIAF (European Pet Food Industry Federation) dokumentieren diese Bedarfswerte umfassend. 

Vegetarisches oder veganes Katzenfutter lässt sich im Labor analysieren. Danach gleicht man die enthaltenen Nährstoffe mit den bekannten Bedarfswerten ab. So lässt sich prüfen, ob die analysierten Nährstoffgehalte den zugrunde gelegten Empfehlungen entsprechen.

Auch für herkömmliches Katzenfutter gibt es keine Langzeitstudien, welche die ausschließliche Fütterung mit Rind oder Huhn untersuchen. Dennoch gilt es als sicher, weil die Zusammensetzungen analysiert und mit wissenschaftlichen Bedarfswerten verglichen werden. Dasselbe Prinzip gilt für vegetarisches oder veganes Futter. Auch hier stützt sich die Rezepturentwicklung wesentlich auf anerkannte Nährstoffempfehlungen, Analysen und Daten zur Verdaulichkeit.

Die 4 häufigsten Fragen zu veganem und vegetarischem Katzenfutter

Rund um vegetarisches Katzenfutter gibt es viele Fragen und Unsicherheiten. Ist es gesund? Bekommt die Katze alle wichtigen Nährstoffe? Hier klären wir die vier häufigsten Fragen und geben dir die wichtigsten Antworten.

Kann man Katzen vegetarisch ernähren?

Eine vegetarische Fütterung kann grundsätzlich möglich sein, wenn ein für Katzen und die jeweilige Lebensphase bestimmtes Alleinfuttermittel den Nährstoffbedarf abdeckt. Milchprodukte und Eier können dabei helfen, wichtige Nährstoffe zu liefern.

Kann man Katzen vegan ernähren?

Eine vegane Fütterung ist ernährungsphysiologisch besonders anspruchsvoll. Sie sollte ausschließlich mit einem entsprechend entwickelten Alleinfuttermittel erfolgen. Regelmäßige tierärztliche Kontrollen können insbesondere bei einer langfristigen Fütterung sinnvoll sein.

Warum gibt es vegetarisches und veganes Katzenfutter?

Fleischfreies Katzenfutter gibt es aus mehreren Gründen. Manche Katzen haben Allergien oder Unverträglichkeiten gegenüber tierischen Proteinen. Je nach Auslöser können alternative Proteinquellen infrage kommen. Viele Halterinnen und Halter entscheiden sich aus ethischen oder ökologischen Gründen für fleischfreies Futter. Entsprechend entwickelte Alleinfuttermittel können so zusammengesetzt werden, dass sie den bekannten Nährstoffbedarf der Katze berücksichtigen.

Warum ist eine vegetarische und vegane Ernährung für Katzen oft umstritten?

Die vegetarische und vegane Ernährung von Katzen ist umstritten, weil Katzen Karnivoren mit besonderen Nährstoffanforderungen sind. Bisherige Befragungsstudien fanden überwiegend keine eindeutigen Hinweise auf schlechtere allgemeine Gesundheitsbewertungen bei fleischfrei ernährten Katzen. Die Datenlage ist jedoch begrenzt und erlaubt keine generelle Aussage.. Ziel einer vegetarischen oder veganen Fütterung ist daher nicht, die natürliche Beute nachzubilden, sondern den bekannten Nährstoffbedarf über eine sorgfältig entwickelte Rezeptur abzudecken.