Hunde vegetarisch und vegan ernähren – Studien, Vorteile & Risiken

Viele Menschen möchten aufgrund von Tierwohl- und Klimaschutzaspekten auch bei der Ernährung ihres Hundes auf Fleisch verzichten. Doch wie kannst du deinen Hund ausgewogen und ohne Fleisch ernähren? Mit vegetarischem oder veganem Hundefutter. Aktuelle Studien zeigen, dass Hunde bei entsprechender Zusammensetzung auch vegetarisch oder vegan ernährt werden können. Wir fassen die Ergebnisse aktueller Studien zusammen und zeigen mögliche Vorteile einer fleischlosen Ernährung.

Ofrieda, 03.11.2021 – Letzte Überprüfung: 23.07.2026

Kapitelübersicht

Was bedeutet vegetarische oder vegane Ernährung?

Kann ich meinen Hund vegetarisch oder sogar vegan ernähren?

Vier Vorteile von vegetarischem und veganem Hundefutter

Risiken: Fehlt meinem Hund etwas, wenn sein Hundefutter vegetarisch oder vegan ist?

Für welche Hunde ist eine vegetarische oder vegane Ernährung empfehlenswert?

Die drei häufigsten Kritikpunkte zu vegetarischem und veganem Hundefutter

Vegetarische Alternativen zu Fisch und Fleisch in Hundefutter

Die 4 häufigsten Fragen zu vegetarischem und veganem Hundefutter

So findest du gutes vegetarisches und veganes Hundefutter 

Was bedeutet vegetarische oder vegane Ernährung?

Vegetarier verzichten bei ihrer Ernährung auf Fleisch und Fisch. Viele Menschen entscheiden sich aus Gründen des Tierwohls oder des Umweltschutzes für diese Ernährungsweise. Vegetarisch bedeutet eine Ernährung ohne Fleisch und Fisch. Eier und Milchprodukte gehören weiterhin zum Speiseplan. Die vegane Ernährung geht noch einen Schritt weiter: Sie basiert auf pflanzlichen und anderen nicht-tierischen Lebensmitteln. Personen, die vegan leben, verzichten auf tierische Produkte wie Milch, Käse oder Honig. Viele entscheiden sich zudem für lederfreie Kleidung sowie tierversuchsfreie und vegane Kosmetik. Die Gründe für eine vegane Lebensweise sind vielfältig: Viele möchten einen Beitrag zum Tierwohl und zum Umweltschutz leisten, außerdem kann eine ausgewogene vegane Ernährung gesundheitliche Vorteile bieten.

Kann ich meinen Hund vegetarisch oder sogar vegan ernähren?

Verschiedene Studien zeigen, dass eine vegetarische oder vegane Ernährung von Hunden bei einer bedarfsgerechten Zusammensetzung möglich ist. Wichtig ist, dass der Nährstoffbedarf deines Hundes gedeckt wird. Das bedeutet, dass das Futter den Bedarf an Protein, Fett, Kohlenhydraten sowie essenziellen Vitaminen, Mineralstoffen, Aminosäuren und Omega-3-Fettsäuren decken muss. Entscheidend ist dabei nicht die Herkunft der Nährstoffe, sondern dass der Hund bedarfsgerecht versorgt wird. Eier, Milchprodukte und Hülsenfrüchte können dabei geeignete Proteinquellen sein. Durch eine geeignete Zusammensetzung kann auch vegetarisches oder veganes Futter deinen Hund mit allen erforderlichen Nährstoffen versorgen.

Studien zur vegetarischen Ernährung von Hunden

Immer mehr Menschen entscheiden sich für eine vegetarische oder vegane Ernährung. Auch das Interesse an einer vegetarischen Ernährung von Haustieren nimmt zu. Mittlerweile liegen mehrere Studien vor, die die Auswirkungen einer vegetarischen Ernährung auf Hunde und Katzen untersucht haben.

Beispielsweise hat PETA bei einer Studie Daten von 300 Hunden erfasst. Die Autoren der Studie berichten, dass vegetarisch ernährte Hunde häufiger einen guten bis ausgezeichneten Gesundheitszustand aufwiesen. Kritikpunkt der vegetarischen Ernährung von Hunden ist, dass diese den pH-Wert des Urins erhöhen kann. Ein dauerhaft erhöhter Urin-pH-Wert kann das Risiko bestimmter Harnwegsprobleme erhöhen. Den Wert kannst du beispielsweise mit dafür vorgesehenen Teststreifen überprüfen. Diese gibt es sogar in der Apotheke. Im Zweifel solltest du dir immer einen tierärztlichen Rat einholen. Je nach Zusammensetzung der Ration kann der Urin-pH-Wert über geeignete Futtermittelbestandteile beeinflusst werden. Diese sind beispielsweise Ei, Milch und Hülsenfrüchte. Eine bedarfsgerecht zusammengesetzte Ration kann dazu beitragen, den Urin-pH-Wert im gewünschten Bereich zu halten. Die Studie zeigte außerdem einen Zusammenhang von vegetarischer Ernährung und Herzproblemen. War die Zusammensetzung des vegetarischen Hundefutters nicht auf den Nährstoffbedarf angepasst, erlitten einige Hunde Mangelerscheinungen. Das äußerte sich beispielsweise durch linksseitige Herzerweiterungen. Allerdings hat man herausgefunden, dass die Herzerweiterung ebenfalls bei fleischfressenden Hunden auftreten kann. Als mögliche Ursache wurde unter anderem eine unzureichende Versorgung mit Taurin oder L-Carnitin diskutiert. Daher werden diese Aminosäuren sowohl bei vegetarischem Futter als auch bei Hundefutter aus Fleisch hinzugefügt. Eine ausreichende Versorgung mit Taurin und L-Carnitin kann dazu beitragen, ernährungsbedingte Mangelerscheinungen zu vermeiden.

Außerdem wurde in Winchester eine Meta-Studie durchgeführt, die die vegetarische Ernährung mit fleischhaltiger Ernährung von Haustieren verglichen hat. Die Studie fasst Ergebnisse anderer Studien zusammen. Auch diese Studie kommt zu dem Schluss, dass eine vegetarische Ernährung von Hunden bei bedarfsgerechter Zusammensetzung möglich ist. Als mögliches Risiko wird ebenfalls das Auftreten eines basischen Urins genannt. Die Autoren weisen darauf hin, dass der Urin-pH-Wert regelmäßig kontrolliert und die Ration bei Bedarf angepasst werden sollte. Nach Angaben der Autoren wurden vergleichbare gesundheitliche Probleme auch bei Hunden beobachtet, die fleischhaltiges Futter erhielten. Die Autoren berichten zudem über verschiedene mögliche gesundheitliche Vorteile der vegetarischen Ernährung. Genannt werden unter anderem eine geringere Häufigkeit ernährungsbedingter Unverträglichkeiten, ein besserer Fellzustand oder eine günstigere Kotkonsistenz. Die Autoren weisen jedoch darauf hin, dass die zugrunde liegende Studienlage unterschiedlich belastbar ist.

Studien zur veganen Ernährung von Hunden

Auch zur veganen Ernährung von Hunden liegen inzwischen mehrere Studien vor. Die bisherigen Studien deuten darauf hin, dass Hunde mit einem bedarfsgerecht zusammengesetzten veganen Futter ausgewogen ernährt werden können.

Eine Untersuchung von Andrew Knight und seinem Team der University of Winchester wurde 2022 in der Fachzeitschrift PLOS ONE veröffentlicht. In dieser Studie wurden Daten von über 2.500 Hunden ausgewertet, die entweder veganes Futter, Rohfleisch oder herkömmliches Futter erhielten. Die Halterinnen und Halter machten Angaben zum Gesundheitszustand ihrer Hunde, zu Erkrankungen und tierärztlichen Behandlungen. Die Auswertung ergab, dass bei den vegan ernährten Hunden nach Angaben ihrer Halter seltener gesundheitliche Probleme und Tierarztbesuche berichtet wurden. Für roh gefütterte Hunde wurden vergleichbare Gesundheitsindikatoren beschrieben. Unabhängig davon wird bei der Rohfütterung in der Fachliteratur häufig auf ein erhöhtes Risiko einer Belastung mit Krankheitserregern wie Salmonellen hingewiesen. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass eine bedarfsgerecht zusammengesetzte vegane Ernährung eine geeignete Option für Hunde sein kann. Voraussetzung ist eine bedarfsgerechte Versorgung mit allen essenziellen Nährstoffen.

Eine weitere Studie von Dodd et al. untersuchte, wie sich eine pflanzenbasierte Ernährung auf die Nährstoffversorgung von Hunden auswirkt. Im Mittelpunkt standen unter anderem Taurin und L-Carnitin, die für eine normale Herzfunktion von Bedeutung sind. Die Studie untersuchte, ob Hunde auch bei einer pflanzenbasierten Ernährung ausreichend mit diesen Nährstoffen versorgt werden können. Die Autoren kamen zu dem Ergebnis, dass bedarfsgerecht zusammengesetzte pflanzenbasierte Futtermittel eine ausreichende Versorgung ermöglichen können. Voraussetzung ist eine bedarfsgerechte Zusammensetzung des Futters, bei der einzelne Nährstoffe bei Bedarf ergänzt werden. Unter diesen Voraussetzungen kann auch bei einer Ernährung ohne Fleisch der Nährstoffbedarf gedeckt werden.

Eine Studie von Brown et al. aus dem Jahr 2009 untersuchte, wie sich eine vegane Ernährung auf die Gesundheit von Hunden auswirkt. Über einen Zeitraum von sechs Monaten beobachteten die Forschenden die Blutwerte von Sprint-Schlittenhunden, die ein fleischfreies Futter erhielten. Im Mittelpunkt standen das Aminosäureprofil und weitere Gesundheitsparameter. Die Auswertung zeigte, dass die gemessenen Blutwerte während des Untersuchungszeitraums im Referenzbereich blieben und keine Hinweise auf ernährungsbedingte Mangelerscheinungen festgestellt wurden. Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass eine bedarfsgerecht zusammengesetzte vegane Ernährung eine ausreichende Nährstoffversorgung ermöglichen kann.

Die bisherige Studienlage spricht dafür, dass eine vegane Ernährung von Hunden bei bedarfsgerechter Zusammensetzung möglich ist. Voraussetzung ist, dass das Futter alle essenziellen Nährstoffe in ausreichender Menge enthält. Entscheidend ist dabei nicht, ob das Futter Fleisch enthält, sondern dass der Nährstoffbedarf des Hundes gedeckt wird.

Vier Vorteile von vegetarischem und veganem Hundefutter

Eine vegetarische oder vegane Ernährung kann verschiedene Vorteile haben. In bestimmten Fällen kann eine Umstellung auf vegetarisches oder veganes Futter sinnvoll sein. Zu den häufig genannten Vorteilen gehören:

Verträglichkeit

Bestimmte tierische Proteinquellen können bei manchen Hunden Allergien oder Futtermittelunverträglichkeiten auslösen. Je nach Zusammensetzung kann vegetarisches oder veganes Hundefutter eine geeignete Alternative für Hunde mit bestimmten Futtermittelunverträglichkeiten sein. In einzelnen Studien und Erfahrungsberichten wurde zudem über eine verbesserte Kotkonsistenz nach einer Futterumstellung berichtet.

Puringehalt

Je nach Rezeptur kann vegetarisches oder veganes Hundefutter einen geringeren Puringehalt aufweisen als fleischhaltiges Hundefutter. Für manche Hunde kann eine purinarme Ernährung tierärztlich empfohlen werden. Beispielsweise bei bestimmten Erkrankungen oder genetisch bedingten Stoffwechselerkrankungen. Entscheidend ist dabei nicht, ob das Futter vegetarisch oder vegan ist, sondern dass es purinarm zusammengesetzt ist.

Allgemeinzustand

Mehrere Studien berichten, dass vegetarisch oder vegan ernährte Hunde häufig einen guten bis sehr guten Gesundheitszustand aufwiesen. In einzelnen Studien gaben Halter außerdem einen guten Fellzustand und ein gepflegtes Erscheinungsbild ihrer Hunde an. Teilweise wurden auch weniger Erkrankungen und seltener notwendige tierärztliche Behandlungen berichtet. Diese Ergebnisse beschreiben Beobachtungen aus den jeweiligen Studien und lassen keinen ursächlichen Zusammenhang zwischen der Ernährungsform und dem Gesundheitszustand erkennen.

Umweltfreundlich

Für viele Hundebesitzer sind Tierwohl- und Umweltaspekte ein wichtiger Grund, sich für vegetarisches oder veganes Hundefutter zu entscheiden. Je nach Zusammensetzung des Futters kann der Einsatz pflanzlicher Zutaten mit einer geringeren Umweltbelastung verbunden sein.

Risiken: Fehlt meinem Hund etwas, wenn sein Hundefutter vegetarisch oder vegan ist?

Wie bei jeder Ernährungsform gibt es auch bei einer vegetarischen oder veganen Hundeernährung einige Punkte zu beachten. Im Folgenden erfährst du, worauf es ankommt.

Alkalisierung des Urins

Bei einer vegetarischen oder veganen Ernährung kann der Urin-pH-Wert ansteigen. Man spricht dann von einer Alkalisierung des Urins. Ein dauerhaft erhöhter Urin-pH-Wert kann das Risiko für bestimmte Harnwegsprobleme erhöhen. Deshalb kann es sinnvoll sein, den Urin-pH-Wert regelmäßig tierärztlich kontrollieren zu lassen. Eine bedarfsgerecht zusammengesetzte Ration trägt dazu bei, den Nährstoffbedarf des Hundes zu decken und kann helfen, einen Urin-pH-Wert im empfohlenen Bereich zu halten.

Mangelerscheinungen bei vegetarischem und veganem Hundefutter

Dein Hund muss über sein Futter mit allen essenziellen Nährstoffen versorgt werden. Deckt die Zusammensetzung des Futters den Bedarf nicht, kann es zu Mangelerscheinungen kommen. Deshalb werden Alleinfuttermittel – unabhängig davon, ob sie Fleisch enthalten oder nicht – bedarfsgerecht zusammengestellt und bei Bedarf mit essenziellen Nährstoffen ergänzt. Entscheidend ist nicht, ob das Futter Fleisch enthält, sondern dass der Nährstoffbedarf deines Hundes vollständig gedeckt wird.

Die genannten Risiken können grundsätzlich auch bei fleischhaltigem Hundefutter auftreten. Auch fleischhaltige Alleinfuttermittel werden mit ernährungsphysiologischen Zusatzstoffen ergänzt, um eine bedarfsgerechte Nährstoffversorgung sicherzustellen. Doch Zusatzstoff ist nicht gleich Zusatzstoff. Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe wie Vitamine, Spurenelemente oder Aminosäuren dienen der bedarfsgerechten Versorgung mit essenziellen Nährstoffen. Sie sind Bestandteil vieler Alleinfuttermittel und tragen dazu bei, den Nährstoffbedarf des Hundes zu decken. Nicht alle Zusatzstoffe sind daher kritisch zu bewerten.

Für welche Hunde ist eine vegetarische oder vegane Ernährung empfehlenswert?

Für manche Hunde kann eine vegetarische oder vegane Ernährung eine geeignete Alternative sein. Entscheidend ist dabei, dass das Futter bedarfsgerecht zusammengesetzt ist und den individuellen Ernährungsbedarf des Hundes berücksichtigt.

Hunde mit Futtermittelallergien

Bei einigen Hunden kann eine vegetarische oder vegane Ernährung eine geeignete Alternative sein. Bestimmte tierische Proteinquellen gehören zu den häufigen Auslösern von Futtermittelallergien. Liegt eine Futtermittelallergie oder -unverträglichkeit vor, kann ein entsprechend zusammengesetztes hypoallergenes vegetarisches oder veganes Diät-Alleinfuttermittel eine geeignete Option sein. Ziel einer solchen Fütterung ist es, auf die vermuteten auslösenden Bestandteile zu verzichten und die Verträglichkeit der Ration zu beurteilen. Die Auswahl des geeigneten Futters sollte in Abstimmung mit der Tierärztin oder dem Tierarzt erfolgen.

Hunde, die eine purinarme Fütterung benötigen

Neben Hunden mit Futtermittelallergien gibt es auch Hunde, bei denen eine purinarme Ernährung sinnvoll sein kann. Dazu gehören beispielsweise Hunde mit Leishmaniose oder Dalmatiner mit einer genetisch bedingten Störung des Harnsäurestoffwechsels. Auch für Hunde mit Gicht oder Rheuma kann eine purinarme Fütterung sinnvoll sein. Vegetarisches oder veganes Hundefutter kann hierfür eine geeignete Option sein, da sich mit pflanzlichen Proteinquellen häufig ein niedrigerer Puringehalt erreichen lässt. Purine sind natürliche Bestandteile aller Zellen und kommen daher in unterschiedlicher Menge in nahezu allen Futtermitteln vor. Fleisch und insbesondere Innereien weisen häufig einen höheren Puringehalt auf, während Eier oder Lupinen vergleichsweise purinarm sind und sich als Proteinquellen eignen können. Weitere Informationen findest du in unserem Beitrag zur Leishmaniose und zur purinarmen Ernährung!

Übersicht

vegetarisches und veganes Futter für Hunde

Hunde mit Futtermittelallergie
Hunde mit Leishmaniose
Hunde mit Gendefekt (Dalmatiner)
Hunde mit Gicht oder Rheuma

Für welche Hunde ist eine vegetarische oder vegane Ernährung nicht geeignet?

Auch wenn eine vegetarische oder vegane Fütterung für viele Hunde geeignet sein kann, ist bei trächtigen oder säugenden Hündinnen sowie bei Welpen besondere Sorgfalt erforderlich. Sie haben einen erhöhten Nährstoffbedarf, weshalb die Fütterung sorgfältig geplant und auf die jeweilige Lebensphase abgestimmt werden sollte. Hierfür stehen speziell zusammengesetzte Futtermittel zur Verfügung. Wie jede unausgewogene Ernährung kann auch eine unausgewogene vegetarische oder vegane Fütterung zu Mangelerscheinungen führen. Bei einer unzureichenden Nährstoffversorgung können beispielsweise Wachstumsstörungen bei Welpen oder eine verminderte Milchleistung bei säugenden Hündinnen auftreten.

Die drei häufigsten Kritikpunkte zu vegetarischem und veganem Hundefutter

Die Meinungen über vegetarisches und veganes Hundefutter gehen weit auseinander. Häufig wird die Frage gestellt, ob Hunde ohne Fleisch bedarfsgerecht ernährt werden können. Im Folgenden greifen wir drei häufige Kritikpunkte auf und ordnen sie anhand des aktuellen Wissensstands ein.

Ein Hund braucht Fleisch

Manche Hundehalterinnen und Hundehalter sind davon überzeugt, dass ihr Hund Fleisch benötigt. Dabei vergleichen sie den Hund mit dem Wolf. Ihre Schlussfolgerung lautet: Wölfe ernähren sich überwiegend von Fleisch, der Hund stammt vom Wolf ab und benötigt deshalb ebenfalls Fleisch. Ein direkter Vergleich zwischen Hund und Wolf greift jedoch zu kurz.

Der Hund hat sich im Laufe der Zeit an den Menschen und dessen Nahrung angepasst. Heute kann er neben tierischen Bestandteilen auch pflanzliche Nährstoffe gut verwerten. Auch Wölfe fressen nicht ausschließlich Fleisch. Zu ihrer Nahrung gehören unter anderem Beeren sowie pflanzliche Bestandteile, die über den Mageninhalt ihrer Beutetiere aufgenommen werden.

Außerdem kann der Hund nicht mit dem Wolf verglichen werden, da beide Tiere unter völlig unterschiedlichen Bedingungen leben. Wölfe sind an das Leben in freier Wildbahn angepasst, während Haushunde in einer vom Menschen geprägten Umgebung leben. Dadurch unterscheiden sich auch ihre durchschnittliche Lebenserwartung und ihre Lebensweise. Während Wölfe in freier Wildbahn oft nur wenige Jahre alt werden, wünschen sich die meisten Hundehalter für ihren Hund ein möglichst langes und gesundes Leben.

Nur weil der Hund vom Wolf abstammt, bedeutet das nicht, dass beide die gleiche Ernährung benötigen. Entscheidend ist nicht, ob ein Futter Fleisch enthält, sondern ob es den Hund bedarfsgerecht mit allen essenziellen Nährstoffen versorgt.

Vegetarische oder vegane Hundeernährung ist nicht artgerecht

Ein weiterer Kritikpunkt gegenüber der vegetarischen und veganen Ernährung ist, dass sie nicht artgerecht sei. Der Begriff „artgerecht“ ist jedoch nicht einheitlich definiert. Entsprechend gibt es unterschiedliche Auffassungen darüber, wann ein Hundefutter als artgerecht bezeichnet werden kann.

Aus unserer Sicht ist entscheidend, dass ein Hundefutter den Hund bedarfsgerecht mit allen essenziellen Nährstoffen versorgt. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese Nährstoffe aus tierischen oder pflanzlichen Zutaten stammen. Mehrere veröffentlichte Studien weisen darauf hin, dass vegetarisches oder veganes Alleinfuttermittel den Nährstoffbedarf von Hunden decken kann, sofern es bedarfsgerecht zusammengesetzt ist.

Hunde können Fleisch besser verdauen

Häufig wird angenommen, dass Hunde ausschließlich Fleisch gut verdauen können. Doch durch die Anpassung an den Menschen hat sich auch ihre Verdauung angepasst. Beispielsweise können Hunde Stärke viel besser verdauen als ihre Vorfahren. Generell hängt die Verdaulichkeit unter anderem von der jeweiligen Proteinquelle und ihrer Verarbeitung ab. Du solltest bei der Auswahl des Hundefutters also auch auf die Qualität der Zutaten achten. Die folgende Übersicht zeigt die in der Fachliteratur angegebenen Verdaulichkeitswerte ausgewählter Proteinquellen. Dabei haben wir festgestellt, dass sowohl pflanzliche als auch tierische Proteinquellen für Hunde gut verdaulich sind.

Pflanzliche Proteine

Lebensmittel Verdaulichkeit in %
Reis (gekocht)100
Mais99
Tapioka (gekocht)99
Kartoffel (gekocht)95
Sojaprotein94
Bierhefe89
Erbse85

Tierische Proteine

Lebensmittel Verdaulichkeit in %
Fleisch98
Organe95
Ei94
Fleischmehl90
Fischmehl89
Quark85
Knocheneiweiß46

Bei vegetarischem Hundefutter kann eine Kombination aus tierischen und pflanzlichen Proteinquellen zu einer guten Verdaulichkeit beitragen. Auch veganes Alleinfuttermittel kann gut verdaulich sein. Bei stärkehaltigen Lebensmitteln gilt, dass sie nach dem Kochen besser verwertbar sind. Rohe Kartoffeln haben beispielsweise nur eine Verdaulichkeit von 20 %. Beim Kochen der Kartoffeln wird die Stärke aufgeschlossen und die Verdaulichkeit steigt auf 95 %. Bei der Herstellung unseres Hundefutters wird die Stärke ebenfalls aufgeschlossen. Dadurch kann die Stärke für Hunde besser verwertbar werden.

Quelle: Jürgen Zentek (2016), Ernährung des Hundes – Grundlagen - Fütterung - Diätetik, (8., aktualisierte Auflage), Enke Verlag

Vegetarische und vegane Alternativen zu Fisch und Fleisch in Hundefutter

Fleisch und Fisch dienen in vielen konventionellen Hundefuttern als Quelle für essenzielle Nährstoffe. Bei veganem Hundefutter stammen diese Nährstoffe aus pflanzlichen Zutaten, während vegetarisches Hundefutter zusätzlich Zutaten wie Ei oder Milchprodukte enthalten kann. Im Folgenden stellen wir vegetarische und vegane Alternativen zu wichtigen Nährstoffquellen in der Hundeernährung vor.

Proteine

Proteine liefern essenzielle Aminosäuren. Diese sind wichtig für Wachstum, Muskelerhalt und viele weitere Körperfunktionen. In konventionellen Futtermitteln sind Fleisch, Tiermehl und tierische Nebenprodukte häufige Proteinquellen. In vegetarischem Hundefutter können Eier oder Milchprodukte als Proteinquellen dienen. Außerdem tragen unter anderem verschiedene Hülsenfrüchte, Süßkartoffel, Kartoffeln oder Reis zur Proteinversorgung bei. Durch die Kombination geeigneter Proteinquellen können bedarfsgerecht zusammengesetzte vegetarische und vegane Alleinfuttermittel den Bedarf an essenziellen Aminosäuren decken.

Omega-3-Fettsäuren

Omega-3-Fettsäuren gehören zu den essenziellen Bestandteilen einer bedarfsgerechten Hundeernährung. Sie übernehmen wichtige Funktionen im Stoffwechsel und spielen unter anderem für die Entwicklung des Nervensystems eine Rolle. In konventionellen Futtermitteln stammen Omega-3-Fettsäuren häufig aus Fischöl. Vegane Quellen sind beispielsweise Leinöl, Rapsöl oder Algenöl.

Vitamin D

Anders als Menschen können Hunde ihren Vitamin-D-Bedarf nicht ausreichend über Sonneneinstrahlung decken. Deshalb muss Vitamin D über das Futter aufgenommen werden. Vitamin D3 wird häufig aus tierischen Quellen wie Lanolin (Wollfett) oder Fischöl gewonnen. Vegane Alternativen sind Vitamin D3 aus Flechten oder synthetisch hergestelltes Vitamin D.

Vitamin B12

Vitamin B12 kommt natürlicherweise praktisch ausschließlich in tierischen Lebensmitteln vor. Deshalb enthalten viele vegetarische Hundefutter Milchprodukte oder Ei als natürliche Vitamin-B12-Quelle. Zusätzlich kann dem Futter synthetisches Vitamin B12 zugesetzt werden. Hunde können auch zugesetztes Vitamin B12 gut verwerten. Auch viele fleischhaltige Alleinfuttermittel enthalten zugesetzte Vitamine, um eine bedarfsgerechte Nährstoffversorgung sicherzustellen.

Calcium

Calcium ist wichtig für die Knochen und Zähne deines Hundes. Milchprodukte enthalten viel Calcium und können daher zur Calciumversorgung beitragen. Bei vielen Alleinfuttermitteln wird Calcium zusätzlich ergänzt, um eine bedarfsgerechte Calciumversorgung und ein ausgewogenes Calcium-Phosphor-Verhältnis sicherzustellen. Bei veganem Hundefutter stammt das Calcium in der Regel aus mineralischen Calciumquellen.

Taurin

Taurin ist eine Aminosulfonsäure, die verschiedene wichtige Funktionen im Körper erfüllt. Ein Taurinmangel kann gesundheitliche Folgen haben und unter anderem die Herzfunktion beeinträchtigen. Daher wird sowohl für herkömmliche Futtermittel als auch für vegetarisches und veganes Hundefutter eine Ergänzung mit Taurin empfohlen.

L-Carnitin

L-Carnitin kommt natürlicherweise vor allem in tierischen Lebensmitteln wie Fleisch vor. Pflanzliche Zutaten enthalten in der Regel deutlich geringere Mengen. Viele Alleinfuttermittel enthalten zusätzliches L-Carnitin. Dies gilt sowohl für fleischhaltige als auch für vegetarische und vegane Rezepturen und dient der bedarfsgerechten Nährstoffversorgung.

Die 5 häufigsten Fragen zu vegetarischem und veganem Hundefutter

Kann ein Hund ohne Fleisch leben? Grundsätzlich ja. Vorausgesetzt, er erhält ein bedarfsgerecht zusammengesetztes Alleinfuttermittel. Hier findest du Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um die vegetarische und vegane Fütterung von Hunden.

Wie gesund ist vegetarisches Hundefutter?

Ein bedarfsgerecht zusammengesetztes vegetarisches Alleinfuttermittel kann Hunde ebenso vollständig mit Nährstoffen versorgen wie ein fleischhaltiges Alleinfuttermittel. Entscheidend ist, dass dein Hund bedarfsgerecht mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt wird. Hunde können Nährstoffe sowohl aus pflanzlichen als auch aus tierischen Zutaten verwerten. Bei einigen Hunden, etwa mit einem erhöhten Bedarf an einer purinarmen Ernährung oder einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten tierischen Proteinen, kann eine vegetarische Rezeptur eine geeignete Alternative sein.

Wie gesund ist veganes Hundefutter?

Veganes Hundefutter kann eine geeignete Ernährungsform sein, wenn es deinen Hund bedarfsgerecht mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt. Im Unterschied zur vegetarischen Ernährung stellt die Rezeptur höhere Anforderungen, da keine tierischen Zutaten enthalten sind. Dadurch ist die Zusammenstellung eines ausgewogenen Alleinfuttermittels anspruchsvoller. Mehrere veröffentlichte Studien deuten darauf hin, dass eine vegane Ernährung für viele Hunde möglich ist.

Brauchen Hunde Fleisch oder nur Eiweiß?

Hunde sind nicht auf Fleisch angewiesen. Entscheidend ist, dass sie alle wichtigen Nährstoffe in ausreichender Menge erhalten. Diese können sowohl aus tierischen als auch aus pflanzlichen Zutaten stammen. Mit einem bedarfsgerecht zusammengesetzten vegetarischen oder veganen Alleinfuttermittel kann dein Hund vollständig versorgt werden.

Gibt es Risiken bei der vegetarischen oder veganen Ernährung für Hunde?

Wenn die Zusammensetzung nicht stimmt, kann dein Hund bei einem Mangel an wichtigen Nährstoffen gesundheitliche Probleme bekommen. Das gilt allerdings auch für fleischhaltiges Hundefutter. Entscheidend ist nicht, ob ein Futter Fleisch enthält, sondern dass es deinen Hund bedarfsgerecht mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt.

Gibt es vegetarisches oder veganes Futter für Hunde mit bestimmten Gesundheitsproblemen?

Ja. Auch im Bereich der Diät-Alleinfuttermittel gibt es vegetarische oder vegane Rezepturen für bestimmte besondere Ernährungszwecke. Welche Ernährung im Einzelfall geeignet ist, hängt von den Bedürfnissen des Hundes und der jeweiligen Rezeptur ab.

So findest du gutes vegetarisches und veganes Hundefutter

Um ein gutes vegetarisches oder veganes Hundefutter zu finden, solltest du genau auf die Zusammensetzung achten. Das Futter sollte alle Nährstoffe enthalten, die dein Hund benötigt. Dazu gehören unter anderem Vitamine, Mineralstoffe und weitere Nährstoffe wie Vitamin B12, Taurin oder L-Carnitin. Eine unzureichende Versorgung mit wichtigen Nährstoffen kann gesundheitliche Folgen haben. Wenn du unsicher bist, kannst du dich an den Hersteller wenden. Dieser sollte dir Fragen über seine Produkte beantworten können. Der Bedarf deines Hundes an Proteinen, Kohlenhydraten und Fetten sowie an Vitaminen und Mineralstoffen sollte vollständig gedeckt sein. Dies ist auch mit einem bedarfsgerecht zusammengesetzten vegetarischen oder veganen Alleinfuttermittel möglich. Lebensmittel wie Ei, Milchprodukte, Kartoffeln oder Hülsenfrüchte können dabei als Proteinquellen dienen.

Vegetarisches Hundefutter von Ofrieda

Unser „Held vom Feld“ enthält eine clevere Kombination aus Lupinen, Ei und Kartoffel. Mit dieser Sorte haben wir ein vegetarisches Alleinfuttermittel entwickelt, das deinen Hund bedarfsgerecht mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt. Das Trockenfutter enthält nur 21 mg und das Nassfutter nur 3,9 mg Purin pro 100 g. Aufgrund seines geringen Puringehalts eignet sich unser „Held vom Feld“ für Hunde, die eine purinarme Ernährung benötigen.

Für Kauspaß kann sich dein Hund über unsere vegetarischen Kaustangen freuen. Die Kaustangen können zur Zahnpflege beitragen und sind sogar vegan. Sie enthalten somit keine tierischen Zutaten.

Kundinnen & Kunden mit glücklichen Hunden