Allergietests für Hunde – Sinnvolle Tests und ihre Vorteile

Dein Hund hat Juckreiz, Hautprobleme oder Magen-Darm-Beschwerden? Das können mögliche Anzeichen für eine Allergie sein. Je nach Verdacht können Allergietests oder eine gezielte Abklärung helfen, den Auslöser einzugrenzen. Dabei solltest du zwischen Umwelt- und Futtermittelallergien unterscheiden. In diesem Artikel erfährst du alles Wichtige über verschiedene Allergietests und mögliche Ansätze zur weiteren Behandlung.

Ofrieda, 06.11.2024 – Letzte Überprüfung: 11.06.2026

Kapitelübersicht

Allergie verstehen – Was steckt dahinter?

Juckreiz, Durchfall & Co. – Die häufigsten Symptome

Umweltallergien beim Hund

Futtermittelallergien beim Hund

Anfällig für Allergien – Diese Rassen sind besonders betroffen

Allergietest beim Hund: Methoden und Kosten

Die 4 häufigsten Fragen zum Allergietest

Was passiert nach dem Allergietest?

Unser Fazit – Allergietests, der erste Schritt zur erfolgreichen Behandlung

Allergie verstehen – Was steckt dahinter?

Eine Allergie ist eine Überreaktion des Immunsystems auf eigentlich harmlose Stoffe. Diese Stoffe nennt man Allergene. Trifft das Immunsystem deines Hundes auf ein solches Allergen, kann dies eine Entzündungsreaktion auslösen. Typische Anzeichen können Juckreiz, Hautprobleme oder Verdauungsprobleme sein. Häufige Allergene bei Hunden stammen aus der Nahrung oder aus der Umwelt.

Juckreiz, Durchfall & Co. – Die häufigsten Symptome

Starker Juckreiz

Besonders an den Pfoten, im Gesicht und Bauchbereich

Hautprobleme

Rötungen, Schuppen, Haarausfall, Krustenbildung oder Hautentzündungen

Chronische Ohrenentzündungen

Häufiges Kopfschütteln und Reiben an den Ohren können darauf hinweisen.

Verdauungsprobleme

Wiederkehrender Durchfall, Erbrechen oder Blähungen können insbesondere bei Futtermittelallergien auftreten.

Umweltallergien beim Hund

Umweltallergien können durch Stoffe ausgelöst werden, die dein Hund über die Haut oder die Atemwege aufnimmt. Dazu gehören zum Beispiel Pollen, Hausstaubmilben oder Schimmelsporen.

Häufige Auslöser

Pollen (Gräser, Bäume, Blumen)
Hausstaubmilben
Schimmelpilzsporen
Flohspeichel (Auslöser einer Flohspeichelallergie)

Häufige Anzeichen einer Umweltallergie

Juckreiz
Hautrötungen und Entzündungen
Wiederkehrende Ohrenentzündungen

Umweltallergien wie zum Beispiel die Pollenallergie sind oft saisonal. Hausstaubmilben oder Schimmel können hingegen ganzjährig Beschwerden auslösen.

Futtermittelallergien beim Hund

Futtermittelallergien entstehen, wenn das Immunsystem auf bestimmte Bestandteile der Nahrung reagiert. Häufig sind es bestimmte Proteine, auf die der Hund reagiert. Beschwerden können auftreten, wenn dein Hund Futter mit den entsprechenden Allergenen frisst.

Häufige Auslöser

Tierische Proteine (Rind, Huhn, Schwein, etc.)
Pflanzliche Inhaltsstoffe (Weizen, Mais, etc.)
Zusatzstoffe (Konservierungsmittel, etc.)

Häufige Anzeichen einer Futtermittelallergie

Durchfall
Erbrechen und Blähungen
Hautprobleme und Juckreiz

Futtermittelallergien können sich auch dann entwickeln, wenn dein Hund sein Futter zuvor über Jahre gut vertragen hat. Bei Hunden mit Futtermittelallergien treten häufig sowohl Hautprobleme als auch Verdauungsbeschwerden auf. Weitere Informationen zu Futtermittelallergien beim Hund findest du in diesem Beitrag.

Anfälligkeit für Allergien – Bei diesen Rassen werden Allergien häufiger beobachtet

Einige Hunderassen neigen eher zu Allergien als andere. Dazu zählen zum Beispiel Labradore und Golden Retriever, Französische Bulldoggen, Boxer, West Highland White Terrier und Deutsche Schäferhunde, die in diesem Zusammenhang häufig genannt werden. Wenn dein Hund zu einer dieser Rassen gehört, solltest du bei möglichen Allergiesymptomen besonders aufmerksam sein.

Allergietest beim Hund: Methoden und Kosten

Es gibt verschiedene Tests und Untersuchungsmethoden, die dabei helfen können, Allergien und mögliche Auslöser einzugrenzen. Je nachdem, ob es sich um eine Umwelt- oder Futtermittelallergie handelt, kommen unterschiedliche Methoden zum Einsatz.

Intrakutantest (Prick-Test)

Beim Intrakutantest bekommt dein Hund kleine Mengen verschiedener Allergene unter die Haut gespritzt. Reagiert die Haut mit Rötungen oder Schwellungen, kann dies auf eine Allergie hindeuten. Der Intrakutantest ähnelt dem Prick-Test, der beim Menschen zur Allergie-Diagnostik eingesetzt wird. Umgangssprachlich wird der Intrakutantest bei Hunden teilweise ebenfalls als Prick-Test bezeichnet.

Einsatz

Verdacht auf Umweltallergien, z. B. gegen Pollen oder Hausstaubmilben

Vorteile

Liefert häufig detaillierte und spezifische Hinweise auf mögliche Allergieauslöser

Nachteile

Dein Hund muss während des Tests stillhalten; eventuell kann eine Sedierung erforderlich sein.

Kosten

Häufig zwischen 200 und 300 Euro, abhängig von der Anzahl der getesteten Allergene.

Bluttest

Beim Bluttest wird eine Blutprobe deines Hundes auf Antikörper gegen bestimmte Allergene untersucht. Der Bluttest gilt bei der Allergieabklärung häufig als weniger aussagekräftig als der Intrakutantest.

Einsatz

Vor allem bei Umweltallergien; bei Futtermittelallergien ist die Aussagekraft begrenzt.

Vorteile

Einfache Durchführung, da nur eine Blutprobe erforderlich ist.

Nachteile

Die Aussagekraft kann begrenzt sein; falsch-positive oder falsch-negative Ergebnisse sind möglich.

Kosten

Häufig zwischen 100 und 250 Euro.

Ausschlussdiät

Bei der Ausschlussdiät bekommt dein Hund acht bis zwölf Wochen lang nur eine einzige Protein- und Kohlenhydratquelle. Wichtig ist, dass er diese Zutaten vorher noch nicht gefressen hat. Bessern sich die Symptome, führst du das alte Futter schrittweise wieder ein. Treten die Symptome erneut auf, gilt dies als ein starker Hinweis darauf, dass Bestandteile des bisherigen Futters die Beschwerden auslösen könnten.

 

Es ist wichtig, dass du während einer Ausschlussdiät strikt auf die Fütterung achtest. Stelle sicher, dass dein Hund keine Leckerlis oder Kausnacks erhält, die das Ergebnis beeinflussen können. Mehr Informationen über eine Ausschlussdiät erfährst du in diesem Beitrag.

Einsatz

Abklärung von Futtermittelallergien

Vorteile

Gilt als wichtige Methode zur Abklärung von Futtermittelallergien.

Nachteile

Zeitaufwendig und erfordert eine konsequente Fütterung.

Kosten

Die Kosten variieren je nach Art des Futters und der Dauer der Diät, häufig zwischen 50 und 100 Euro pro Monat.

Unsere Empfehlung – Futter für die Ausschlussdiät

Unser Nassfutter der Sorte Hermetia Pur enthält Insekten als einzige Zutat. Insekten zählen zu den weniger verbreiteten Proteinquellen in der Hundeernährung. Daher kann Hermetia Pur im Rahmen einer Ausschlussdiät eingesetzt werden.

Starte die Ausschlussdiät mit Hermetia Pur und ergänze nach und nach verschiedene Kohlenhydratquellen, um einzelne Futtermittelbestandteile schrittweise zu beurteilen. Wenn du deinen Hund dauerhaft mit Insektenprotein füttern möchtest, kannst du anschließend auf unser Alleinfuttermittel umstellen. Alternativ kannst du Hermetia Pur zur individuellen Zusammenstellung der Futterration verwenden.

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Patch-Test

Der Patch-Test wird zur Abklärung von Kontaktallergien eingesetzt. Dein Hund bekommt ein Pflaster mit einem potenziellen Allergen auf die Haut geklebt. Treten nach 48 Stunden Rötungen oder Blasenbildung auf, kann dies auf eine Kontaktallergie hindeuten.

Einsatz

Kontaktallergien (z. B. Shampoos oder bestimmte Materialien)

Vorteile

Beurteilung möglicher Hautreaktionen nach Kontakt mit einem potenziellen Allergen

Nachteile

Spielt bei Umwelt- und Futtermittelallergien meist eine untergeordnete Rolle.

Kosten

Häufig zwischen 100 und 200 Euro.

Speicheltest

Speicheltests werden von einigen Anbietern als Alternative zu Bluttests angeboten. Diese Tests sollen spezifische Antikörper im Speichel des Hundes nachweisen, die auf bestimmte Allergene reagieren. Die Aussagekraft von Speicheltests wird in der Veterinärmedizin jedoch kritisch diskutiert. Viele Fachleute halten die Aussagekraft dieser Tests für begrenzt. Zudem können die Ergebnisse uneinheitlich ausfallen und sollten mit Vorsicht interpretiert werden. Ausschlussdiäten sowie Blut- und Intrakutantests gelten derzeit als etablierte Verfahren zur weiteren Allergieabklärung.

Auswertung der Allergietests

Die Auswertung eines Allergietests hängt von der verwendeten Testmethode ab. Bei einem Intrakutantest wird nach 15 bis 20 Minuten auf Hautreaktionen wie Rötungen oder Schwellungen geachtet. Solche Reaktionen gelten als Hinweis auf eine mögliche Allergie. Bei einem Bluttest wird das Blut im Labor auf das Vorhandensein spezifischer Antikörper gegen bestimmte Allergene untersucht. Erhöhte Antikörperwerte können im Zusammenhang mit einer Allergie stehen und werden gemeinsam mit den Symptomen und weiteren Untersuchungsergebnissen bewertet. Bei einer Ausschlussdiät beobachtest du die Symptome deines Hundes über mehrere Wochen. Zusammen mit der Tierärztin oder dem Tierarzt besprichst du anschließend die Ergebnisse und das weitere Vorgehen.

Erfahrungen mit Allergietests beim Hund

Die Erfahrungen mit Allergietests sind unterschiedlich. Viele Hundehaltende berichten von positiven Erfahrungen mit Intrakutantests und Ausschlussdiäten. Diese Verfahren können dabei helfen, mögliche Auslöser einzugrenzen und die weitere Abklärung zu unterstützen. Allerdings wird die Aussagekraft einzelner Testergebnisse teilweise kritisch diskutiert, insbesondere bei Bluttests. Teilweise liefern Bluttests sogar falsche Ergebnisse. Die Enttäuschung ist oft groß, wenn keine eindeutigen Ergebnisse vorliegen oder die Beschwerden trotz eingeleiteter Maßnahmen weiter bestehen. Dies zeigt, dass Geduld und eine enge Zusammenarbeit mit der Tierarztpraxis oder Tierklinik wichtig sind, um langfristig eine passende Vorgehensweise zu finden.

Gibt es einen Testsieger unter den Allergietests?

Es gibt keinen „Testsieger“ bei Allergietests. Intrakutantests und Ausschlussdiäten zählen zu den etablierten Verfahren zur Allergieabklärung bei Hunden. Intrakutantests werden häufig zur weiteren Abklärung von Umweltallergien eingesetzt, während Ausschlussdiäten bei der Abklärung von Futtermittelallergien eine wichtige Rolle spielen. Bluttests können eine ergänzende Methode sein, ihre Aussagekraft wird jedoch je nach Fragestellung unterschiedlich bewertet. Die Aussagekraft von Speicheltests wird wissenschaftlich kontrovers diskutiert.

Die 4 häufigsten Fragen zum Allergietest

Du vermutest, dass dein Hund eine Allergie hat? Ein Allergietest kann sinnvoll sein, um mögliche Allergieauslöser einzugrenzen. Wir beantworten die häufigsten Fragen, damit du die möglichen Auslöser besser einordnen und die nächsten Schritte gemeinsam mit deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt planen kannst.

Wie sinnvoll ist ein Allergietest beim Hund?

Allergietests können dabei helfen, mögliche Allergieauslöser einzugrenzen. Zusätzlich solltest du deinen Hund in der Tierklinik umfassend untersuchen lassen. Symptome wie Juckreiz oder Verdauungsprobleme können auch auf andere Ursachen wie Parasitenbefall oder Infektionen hinweisen. Allergietests werden häufig eingesetzt, wenn der Verdacht auf eine Umwelt- oder Futtermittelallergie besteht. Die Identifikation möglicher Allergieauslöser ist oft eine wichtige Grundlage für die weitere Abklärung und Behandlung deines Hundes.

Wie viel kostet ein Allergietest beim Hund?

Die Kosten für einen Allergietest beim Hund variieren je nach Methode und Umfang. Die Kosten für einen Intrakutantest liegen häufig zwischen 200 und 300 Euro, während ein Bluttest meist zwischen 100 und 250 Euro kostet. Bei einer Ausschlussdiät können für das eingesetzte Futter und zusätzliche tierärztliche Kontrollen Kosten von etwa 50 bis 100 Euro pro Monat entstehen.

Wie finde ich heraus, ob mein Hund allergisch ist?

Verschiedene Tests und Untersuchungsmethoden können dabei helfen, eine Allergie näher abzuklären. Bei Verdacht auf eine Umweltallergie wird häufig ein Intrakutantest eingesetzt. Ein Bluttest kann ebenfalls Hinweise auf Umweltallergien liefern, die Aussagekraft der Ergebnisse kann jedoch variieren. Für die Abklärung von Futtermittelallergien spielt die Ausschlussdiät eine wichtige Rolle.

Wie erkenne ich eine Futtermittelallergie beim Hund?

Mögliche Anzeichen einer Futtermittelallergie sind Verdauungsprobleme wie wiederkehrender Durchfall, Erbrechen oder Blähungen. Auch Hautprobleme, Juckreiz, Hautrötungen oder Fellverlust können auftreten.

Was passiert nach dem Allergietest?

Wenn die Testergebnisse auf eine Allergie hindeuten, ist es wichtig, die nächsten Schritte tierärztlich zu besprechen. Die weiteren Maßnahmen hängen unter anderem davon ab, welche Allergie vermutet oder festgestellt wurde. In der Tierklinik werden die Testergebnisse gemeinsam ausgewertet und Empfehlungen für das weitere Vorgehen besprochen.

Bei Umweltallergien

Allergenvermeidung

Versuche den Kontakt mit dem Allergen möglichst zu reduzieren. Dies ist bei Pollen oder Hausstaubmilben oft schwierig. Regelmäßiges Staubsaugen, Luftreiniger, das Waschen deines Hundes oder spezielle Hundebettwäsche können dabei unterstützen.

Medikamente

Antihistaminika oder Kortison können helfen, allergiebedingte Beschwerden zu lindern. Je nach Ausprägung der Symptome können diese Medikamente sinnvoll sein. Die Auslöser für die Beschwerden werden dadurch allerdings in der Regel nicht beseitigt.

Desensibilisierung

Diese Immuntherapie (Hyposensibilisierung) ist eine langfristige Behandlungsoption. Dabei erhält dein Hund über mehrere Monate hinweg schrittweise steigende Mengen des relevanten Allergens. Ziel ist es, die Reaktion des Immunsystems auf das Allergen langfristig zu beeinflussen.

Spezielle Hautpflege

Spezielle Shampoos oder Lotionen können zur Pflege beanspruchter Haut beitragen und dabei helfen, Hautreizungen zu reduzieren.

Bei Futtermittelallergien

Dauerhafte Anpassung der Fütterung

Wenn Bestandteile des bisherigen Futters als Auslöser der Beschwerden infrage kommen, wird häufig empfohlen, diese nicht weiter zu füttern. Stattdessen kann die Fütterung auf Futtermittel mit ausgewählten oder neuen Proteinquellen umgestellt werden. Im Handel sind verschiedene Futtermittel für entsprechende Ernährungszwecke erhältlich. Weitere Informationen zu unserem Sortiment findest du in unserem Shop.

Leckerlis und Kauartikel

Auch Leckerlis und Kauartikel können Bestandteile enthalten, die mit den Beschwerden deines Hundes zusammenhängen. Achte daher darauf, Snacks auszuwählen, die zur gewählten Fütterungsstrategie passen.

Unser Fazit – Allergietests als wichtiger Bestandteil der Allergieabklärung

Allergien können das Wohlbefinden deines Hundes beeinträchtigen. Ob Umwelt- oder Futtermittelallergien – eine sorgfältige Allergieabklärung kann dabei helfen, mögliche Auslöser einzugrenzen und die weiteren Schritte zu planen. Intrakutantests, Bluttests und Ausschlussdiäten zählen zu den gängigen Verfahren der Allergieabklärung. Nach der Auswertung der Ergebnisse können gemeinsam mit der Tierklinik geeignete Maßnahmen besprochen werden.

Bei Umweltallergien können Strategien zur Allergenvermeidung und weitere therapeutische Maßnahmen eine Rolle spielen. Bei Futtermittelallergien spielt die Auswahl geeigneter Futtermittel eine wichtige Rolle. Eine angepasste Fütterungsstrategie kann dazu beitragen, potenzielle Auslöser zu vermeiden. Weitere Informationen zu unserem Futtersortiment findest du in unserem Shop.