Niereninsuffizienz beim Hund – Symptome, Behandlung & Lebenserwartung

Die Nieren sind für deinen Hund lebenswichtige Organe. Ihre wichtigste Aufgabe ist es, das Blut zu filtern und Stoffwechselprodukte aus dem Körper auszuscheiden. Dadurch übernehmen sie zahlreiche wichtige Funktionen im Organismus. Eine Niereninsuffizienz kann die Gesundheit deines Hundes erheblich beeinträchtigen und mit verschiedenen Folgeerscheinungen verbunden sein. Wir zeigen dir, welche Maßnahmen bei einer Niereninsuffizienz sinnvoll sein können und worauf du im Alltag achten solltest.

Ofrieda, 08.12.2023 – Letzte Überprüfung: 17.06.2026

Kapitelübersicht

Was ist eine Niereninsuffizienz beim Hund?

Folgen – So beeinträchtigt eine Niereninsuffizienz Hunde

Ursachen einer Niereninsuffizienz

Symptome einer Niereninsuffizienz beim Hund

Diagnose – So wird dein Hund untersucht

Verlauf – Die vier Stadien der Niereninsuffizienz

Lebenserwartung – Wie lange kann dein Hund mit Nierenproblemen leben?

Behandlung – So wird deinem Hund geholfen

Ernährung – Mit der richtigen Fütterung die Nieren entlasten

Die 8 häufigsten Fragen zu Nierenerkrankungen beim Hund

Prophylaxe – Tipps zur Vorbeugung von Nierenproblemen

Was ist eine Niereninsuffizienz beim Hund?

Der Begriff Insuffizienz bedeutet, dass ein Organ nicht mehr richtig funktioniert. Die Nieren bestehen aus vielen kleinen Filterzellen, den sogenannten Nephronen. Bei einer Niereninsuffizienz sterben diese Zellen mit der Zeit ab, und die Nieren arbeiten nicht mehr richtig. Die Nieren verfügen über eine hohe Funktionsreserve, sodass die verbleibenden Filterzellen den Verlust zunächst ausgleichen können. Dadurch werden die noch funktionierenden Zellen langfristig stärker belastet und können ebenfalls geschädigt werden. Dies führt zu einem fortschreitenden Prozess, bei dem die Nierenfunktion weiter abnimmt. Die eingeschränkte Funktion macht sich häufig erst bemerkbar, wenn bereits ein großer Teil des Nierengewebes betroffen ist (meist 60 bis 70 %). In fortgeschrittenen Stadien kann die Niereninsuffizienz die Lebensqualität des Hundes deutlich beeinträchtigen und zu einem Nierenversagen führen. Eine frühzeitige tierärztliche Betreuung und eine angepasste Versorgung können dazu beitragen, die Lebensqualität betroffener Hunde möglichst lange zu erhalten.

Akute Niereninsuffizienz

Eine akute Niereninsuffizienz (ANI) tritt plötzlich auf und verursacht einen teilweisen oder vollständigen Funktionsverlust der Nieren. Oft nimmt die Nierenfunktion innerhalb kurzer Zeit stark ab und kann für den Hund lebensbedrohlich werden. Bei einem ausgeprägten Funktionsverlust sind die Nieren nicht mehr in der Lage, ausreichend Urin zu bilden. Dein Hund setzt dann weniger oder gar keinen Harn mehr ab. Wird die Ursache frühzeitig erkannt und behandelt, kann sich die Nierenfunktion in vielen Fällen wieder erholen. Bleibt die ANI unbehandelt, kann sie sich zu einer chronischen Niereninsuffizienz entwickeln, die in der Regel nicht heilbar ist.

Chronische Niereninsuffizienz

Bei einer chronischen Niereninsuffizienz (CNI) stirbt das Nierengewebe schrittweise ab. Die Erkrankung verläuft meist langsam fortschreitend und in Schüben. Das bedeutet, sie kann phasenweise unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Häufig wird die chronische Niereninsuffizienz erst erkannt, wenn bereits ein 60 bis 70 % des Nierengewebes geschädigt ist. Zuvor versucht das verbleibende Nierengewebe, den Funktionsverlust auszugleichen. Betroffene Hunde zeigen zunächst oft nur leichte Anzeichen wie vermehrtes Trinken oder eine erhöhte Urinausscheidung. Mit fortschreitender Erkrankung können die Beschwerden zunehmen. Die chronische Nierenerkrankung gilt in der Regel als nicht heilbar, da bereits geschädigtes Nierengewebe sich nicht regenerieren kann. Durch eine angepasste tierärztliche Betreuung und Ernährung können betroffene Hunde im Alltag unterstützt und ihre Lebensqualität möglichst lange erhalten werden.

Akute Niereninsuffizienz (ANI)

Plötzlich, vorübergehend

Oft schlagartiger Verlust der Nierenfunktion

bei frühzeitiger Behandlung in vielen Fällen heilbar

Reduzierte oder fehlende Urinausscheidung

Chronische Niereninsuffizienz (CNI)

Schleichend, in Schüben

Schleichender Verlust der Nierenfunktion

In der Regel nicht heilbar

Erhöhte Urinausscheidung, vermehrtes Trinken

Folgen – So beeinträchtigt eine Niereninsuffizienz Hunde

Hunde haben wie wir Menschen zwei Nieren. Beim Hund liegen sie rechts und links neben der Wirbelsäule im Bereich der Lenden. Die Hauptaufgabe der Nieren ist die Reinigung des Blutes und die Ausscheidung von Stoffwechselprodukten über den Urin. Damit gehören die Nieren zu den wichtigsten Ausscheidungsorganen des Körpers. Darüber hinaus übernehmen sie zahlreiche weitere Aufgaben und tragen zu vielen wichtigen Körperfunktionen bei. Deshalb können sich Erkrankungen der Nieren auf viele Bereiche des Organismus auswirken und die Gesundheit des Hundes deutlich beeinträchtigen.

Harnvergiftung – Urämie beim Hund

Die Nieren bestehen aus vielen kleinen Filtereinheiten, den sogenannten Nephronen. Diese filtern Stoffwechselprodukte und andere harnpflichtige Substanzen aus dem Blut. Dazu gehören unter anderem Harnstoff, Harnsäure und Kreatinin. Die gefilterten Stoffe werden zusammen mit überschüssigem Wasser über den Urin ausgeschieden.

 

Durch eine Niereninsuffizienz nimmt die Filterleistung der Nieren ab. Dadurch können sich harnpflichtige Stoffe im Körper anreichern und eine Urämie (Harnvergiftung) entstehen. Dies kann verschiedene Beschwerden verursachen, darunter Übelkeit, Appetitlosigkeit, Erbrechen sowie einen unangenehmen Geruch aus dem Maul. In fortgeschrittenen Fällen kann eine Urämie zudem andere Organe wie Herz oder Lunge belasten und weitere gesundheitliche Komplikationen nach sich ziehen.

Vermehrte Harnausscheidung – Polyurie beim Hund

Die Nieren regulieren den Wasser- und Mineralstoffhaushalt des Körpers. Sie steuern unter anderem, wie viel Wasser und welche Mineralstoffe über den Urin ausgeschieden werden.

 

Bei einer Niereninsuffizienz kann es zu einer vermehrten Harnausscheidung (Polyurie) kommen. Dadurch können vermehrt Mineralstoffe wie Natrium, Kalium, Kalzium und Phosphor verloren gehen. Dies kann zu Veränderungen im Mineralstoffhaushalt beitragen. Gleichzeitig kann der erhöhte Flüssigkeitsverlust das Risiko einer Dehydrierung erhöhen.

 

In anderen Fällen können bestimmte Mineralstoffe im Körper zurückgehalten werden. Dies kann weitere gesundheitliche Folgen haben. So kann ein erhöhter Kaliumspiegel (Hyperkaliämie) die Herzfunktion beeinträchtigen und in schweren Fällen lebensbedrohlich werden. Erhöhte Phosphatwerte können zudem Veränderungen des Knochenstoffwechsels begünstigen. Überschüssige Mineralstoffe können sich unter Umständen in Geweben und Gefäßen ablagern und so weitere Komplikationen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen.

Nierenbedingter Bluthochdruck – renale Hypertonie beim Hund

Außerdem regulieren die Nieren den Blutdruck. Sie steuern das sogenannte Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS). Bei niedrigem Blutdruck produzieren die Nieren das Enzym Renin. Dadurch verengen sich die Gefäße und der Blutdruck steigt. Gleichzeitig passen die Nieren die Menge an Natrium im Körper an. Mehr Natrium im Blut erhöht die Wasseraufnahme. Dadurch steigen das Blutvolumen und somit auch der Blutdruck.

Bei Bluthochdruck versuchen die Nieren, überschüssiges Wasser auszuscheiden, indem sie mehr Urin produzieren. Dadurch sinkt das Blutvolumen und somit auch der Blutdruck.

Eine Niereninsuffizienz kann die Blutdruckregulation beeinträchtigen. Dadurch können ein nierenbedingter Bluthochdruck (renale Hypertonie) oder ein niedriger Blutdruck (Hypotonie) auftreten. Dies kann sich auf das Herz-Kreislauf-System auswirken und beispielsweise Herzrhythmusstörungen begünstigen.

Blutarmut – Anämie beim Hund

Die Nieren produzieren das Hormon Erythropoetin, welches die Bildung von roten Blutkörperchen im Knochenmark anregt. Rote Blutkörperchen sind für den Sauerstofftransport im Körper zuständig. Erkranken die Nieren, produzieren sie nicht mehr genug Erythropoetin und die Bildung der roten Blutkörperchen geht zurück. Es kommt zu einer Blutarmut (Anämie) und die Körperzellen bekommen zu wenig Sauerstoff. Eine Anämie zeigt sich durch starke Müdigkeit und Schwäche.

Übersäuerung – Metabolische Azidose beim Hund

Die Nieren steuern den pH-Wert im Körper. Sie filtern überschüssige Säuren und Basen aus dem Blut und scheiden sie über den Urin aus. Ist der Säure-Basen-Haushalt durch eine Niereninsuffizienz gestört, kann es zu einer Übersäuerung (metabolische Azidose) kommen. Der Hund leidet dann unter Atemproblemen, Herzrhythmusstörungen, Schwäche und Übelkeit.

Ursachen einer Niereninsuffizienz

Die Ursachen einer Niereninsuffizienz sind vielfältig und nicht immer eindeutig feststellbar. Da eine chronische Niereninsuffizienz häufig erst erkannt wird, wenn bereits ein großer Teil des Nierengewebes geschädigt ist, lässt sich die ursprüngliche Ursache oft nicht mehr sicher bestimmen. Besonders ältere Hunde sind betroffen, da die Nierenfunktion mit zunehmendem Alter nachlassen kann. Zudem kann sich eine akute Niereninsuffizienz zu einer chronischen Erkrankung entwickeln, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt wird.

Die häufigsten Gründe für Nierenprobleme beim Hund

Alter des Hundes (ältere Hunde sind besonders anfällig)

Akute Niereninsuffizienz, die chronisch wird

Genetische Veranlagung (nicht eindeutig belegt)

Durchblutungsstörung der Nieren

Andere Nierenerkrankungen

   Harnsteine, Nierensteine oder Blasensteine

   Nierenentzündung

   Verstopfung der Harnleiter

Erkrankungen

   Infektionserkrankungen (Leptospirose, Borreliose, Leishmaniose)

   Herzinsuffizienz

   Diabetes mellitus

   Zu niedriger oder zu hoher Blutdruck

   Tumorerkrankungen

   Störungen des Herz-Kreislauf-Systems

   Prostatahypertrophie (Vergrößerung der Prostata) bei Rüden

   Gebärmutterentzündung (Pyometra) bei Hündinnen

   Erkrankungen des Immunsystems

Medikamente, die die Nieren belasten können

Toxine/Vergiftungen

   Giftige Lebensmittel (z.B. Trauben, Rosinen)

   Pflanzenschutzmittel, Frostschutzmittel, Pestizide usw.

   Blutvergiftung (Sepsis)

Symptome einer Niereninsuffizienz beim Hund

Hat ein Hund eine Niereninsuffizienz, so zeigt er im Anfangsstadium meist keine Beschwerden. Symptome treten oft erst auf, wenn die Krankheit bereits weiter fortgeschritten ist. Außerdem werden die Beschwerden manchmal falsch gedeutet. Ist der Hund müde und teilnahmslos, wird dies zum Beispiel mit dem höheren Alter in Verbindung gebracht. Doch diese Symptome können Anzeichen für eine Nierenerkrankung sein. Die Symptome einer Niereninsuffizienz können unterschiedlich stark, einzeln oder in Kombination auftreten. Lass deinen Hund tierärztlich untersuchen, wenn dir Veränderungen auffallen oder du den Verdacht hast, dass etwas nicht stimmt.

Nierenprobleme beim Hund – Symptome erkennen

Vermehrter Harnabsatz (Polyurie), insbesondere bei chronischer Niereninsuffizienz

Inkontinenz, nächtlicher Harndrang oder nächtliche Stubenunreinheit

Verminderter Harnabsatz bis hin zum Ausbleiben der Urinproduktion, insbesondere bei akuter Niereninsuffizienz

Blut im Urin

Vermehrtes Trinken (Polydipsie)

Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall

Apathie, Antriebslosigkeit oder Müdigkeit

Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust

Muskelabbau

Zuckungen, Krämpfe oder Zittern

Blasse Schleimhäute oder Entzündungen im Maul

Unangenehmer Maul- oder Körpergeruch

Stumpfes Fell

Verhaltensauffälligkeiten

Nieren-Check – Hat dein Hund Nierenprobleme?

Du vermutest eine Niereninsuffizienz bei deinem Hund? Wenn mehrere der folgenden Anzeichen zutreffen, kann eine tierärztliche Abklärung sinnvoll sein. Hole dir im Zweifel immer tierärztlichen Rat ein.

Muss dein Hund auffällig oft oder viel Wasser lassen?

Ist dein Hund nicht mehr stubenrein oder muss nachts raus?

Trinkt dein Hund mehr als üblich?

Frisst dein Hund weniger?

Hat dein Hund an Gewicht verloren?

Hat sich dein Hund in letzter Zeit erbrochen oder leidet unter Durchfall?

Ist dein Hund besonders müde und hat nur wenig Lust zu spielen?

Hat dein Hund blasse Schleimhäute?

Diagnose – So wird dein Hund untersucht

Wenn du eine Nierenerkrankung bei deinem Hund vermutest, solltest du ihn zeitnah tierärztlich untersuchen lassen. Eine frühe Diagnose der Niereninsuffizienz ist wichtig, um geeignete Behandlungsmaßnahmen möglichst früh einzuleiten. Bei der Untersuchung wird unter anderem der Blutdruck gemessen. Ein erhöhter oder niedriger Blutdruck kann ein erstes Anzeichen für eine Nierenerkrankung sein. Urin- und Blutanalysen geben Aufschluss über die Nierengesundheit deines Hundes. Röntgen- und Ultraschallaufnahmen helfen dabei, Veränderungen der Nieren genauer zu beurteilen.

Urinuntersuchung

Die Urinanalyse kann bereits in frühen Stadien wichtige Hinweise auf die Nierenfunktion liefern. Kläre am besten vor dem Besuch in der Tierklinik ab, ob du eine möglichst frische Urinprobe mitbringen sollst. Meistens kannst du auch vor Ort den Urin deines Hundes sammeln oder das Praxisteam hilft dir dabei.

 

Bei einer Niereninsuffizienz können verschiedene Veränderungen im Urin nachweisbar sein. Dazu gehören unter anderem Proteine im Urin (Proteinurie) sowie eine erhöhte Protein-Kreatinin-Relation (über 1:1). Je nach Ursache und Krankheitsbild können außerdem Bakterien, Zucker oder weitere auffällige Bestandteile im Urin nachweisbar sein. Ein erhöhter Phosphat- oder Kreatininspiegel im Urin kann auf eine eingeschränkte Nierenfunktion hindeuten. Das spezifische Harngewicht (SHG) und die Urindichte liefern zusätzliche Hinweise auf die Funktionsfähigkeit der Nieren.

Blutuntersuchung

Bei Verdacht auf eine Niereninsuffizienz beim Hund ist eine Blutuntersuchung sinnvoll. Erhöhte Konzentrationen von Phosphat, Harnstoff und Kreatinin im Blut können Anzeichen für eine eingeschränkte Nierenfunktion sein. Bereits geringfügige Abweichungen können Anlass für weiterführende tierärztliche Untersuchungen sein. Auch eine Blutarmut (Anämie) kann auf eine Niereninsuffizienz hinweisen und ist in der Blutanalyse erkennbar.

Röntgen- und Ultraschalluntersuchung

Bestätigt sich der Verdacht einer Niereninsuffizienz, zeigen Ultraschall- und Röntgenbilder, wie stark die Nieren beeinträchtigt sind. So sind beispielsweise Verkleinerungen oder Vergrößerungen des Organs, Veränderungen des Gewebes oder Verkalkungen sichtbar.

Weitere Untersuchungen

Da Herzerkrankungen häufig mit einer Niereninsuffizienz zusammenhängen, kann eine Herzuntersuchung sinnvoll sein. Auch andere Organe können bereits beeinträchtigt sein, weshalb eine umfassende Untersuchung sinnvoll sein kann.

Verlauf – Die vier Stadien der Niereninsuffizienz

Die chronische Niereninsuffizienz verläuft schleichend. Das noch gesunde Gewebe versucht die Funktionsstörung auszugleichen und ist langfristig mit dieser Mehrarbeit überfordert. Dadurch schreitet die Schädigung des Nierengewebes weiter fort. Die IRIS (International Renal Interest Society) legt vier Stadien der Niereninsuffizienz fest. Die Symptome und verschiedene Blutwerte zeigen das Stadium der Niereninsuffizienz an.

 

Anhand der Stadien wird der Verlauf der Niereninsuffizienz überwacht und die weitere Behandlung geplant. Nachfolgend fassen wir die vier Stadien der Niereninsuffizienz zusammen.

Fachbegriffe

Azotämie = Erhöhter Gehalt harnpflichtiger Substanzen im Blut

SDMA-Wert = Laborparameter zur Beurteilung der Nierenfunktion; SDMA steht für Symmetrisches Dimethylarginin

UPC-Quotient = Protein-Kreatinin-Verhältnis im Urin; dient der Beurteilung einer Proteinurie

Proteinurie = Erhöhte Ausscheidung von Proteinen über den Urin

1. Anfangsstadium

Untersuchungsergebnisse

Keine Azotämie

Kreatininwert unter 125 μmol/l (im Referenzbereich)

SDMA-Wert unter 18 μg/l

UPC-Quotient normal (< 0,2) bis leicht erhöht (0,2 bis 0,5)

Blutdruck normal (< 140 mmHg) bis leicht erhöht (140 bis 159 mmHg)

Behandlungsempfehlung

Keine Medikamente einsetzen, die die Nieren zusätzlich belasten können

Immer frisches Trinkwasser zur Verfügung stellen

Regelmäßige Kontrolle von Kreatinin- und SDMA-Werten

Grunderkrankungen abklären und gegebenenfalls behandeln

Bluthochdruck bei Bedarf behandeln

Bei Proteinurie (UPC > 0,5) können eine tierärztlich empfohlene Nierendiät und Medikamente Teil des Ernährungsmanagements sein

Phosphat-Konzentration unter 1,5 mmol/l anstreben; dazu kann gegebenenfalls eine phosphorreduzierte Nierendiät in Kombination mit Phosphatbindern eingesetzt werden

2. Mittelgradige Nierenerkrankung

Untersuchungsergebnisse

Leichte Azotämie

Kreatininwert 125 bis 250 μmol/l (im Referenzbereich bis geringgradig erhöht)

SDMA-Wert 18 bis 35 μg/l

UPC-Quotient normal (< 0,2) bis leicht erhöht (0,2 bis 0,5)

Blutdruck normal (< 140 mmHg) bis leicht erhöht (140 bis 159 mmHg)

Behandlungsempfehlung

Behandlung aus Stadium 1

Eine Nierendiät wird in diesem Stadium häufig empfohlen

3. Schwere Nierenerkrankung

Untersuchungsergebnisse

Mittelgradige Azotämie

Kreatininwert 251 bis 440 μmol/l

SDMA-Wert 36 bis 54 μg/l

UPC-Quotient leicht erhöht (0,2 bis 0,5) bis erhöht (> 0,5)

Blutdruck normal (< 140 mmHg) bis erhöht (160 bis 179 mmHg)

Behandlungsempfehlung

Maßnahmen aus Stadium 1 und 2 fortführen

Zusätzliche Behandlung der metabolischen Azidose (Übersäuerung des Blutes)

Gegebenenfalls Therapie der Anämie (Blutarmut)

Maßnahmen gegen Erbrechen, Übelkeit und Appetitverlust

Gegebenenfalls Flüssigkeitszufuhr über Infusionen

Gegebenenfalls Ergänzung von Vitamin D3

4. Endstadium der Niereninsuffizienz

Untersuchungsergebnisse

Hochgradige Azotämie

Kreatininwert über 440 μmol/l

SDMA-Wert über 54 μg/l

UPC-Quotient erhöht (> 0,5)

Blutdruck normal (< 140 mmHg) bis hochgradig erhöht (> 180 mmHg)

Behandlungsempfehlung

Maßnahmen aus Stadium 1, 2 und 3 fortführen

Gegebenenfalls Ernährungssonde zur Ernährung, Flüssigkeitsversorgung und Verabreichung von Medikamenten nötig

Im Endstadium der Niereninsuffizienz kann die Nierenfunktion stark eingeschränkt sein oder vollständig ausfallen. Viele Hunde setzen kaum bis keinen Urin mehr ab und entwickeln einen starken, urinähnlichen Mundgeruch. Im Endstadium können zudem Krämpfe, epileptische Anfälle, Lähmungen sowie Seh- und Hörstörungen auftreten. Die therapeutischen Möglichkeiten sind in diesem Stadium häufig stark eingeschränkt. Die Erkrankung kann dann lebensbedrohlich sein und in fortgeschrittenen Fällen tödlich verlaufen.

Lebenserwartung – Wie lange kann dein Hund mit Nierenproblemen leben?

Die Lebenserwartung von Hunden mit Niereninsuffizienz ist sehr individuell. Ist die Niereninsuffizienz bereits weit fortgeschritten, kann die Erkrankung lebensbedrohlich werden. Der weitere Verlauf hängt von vielen Faktoren ab, darunter dem Krankheitsstadium, möglichen Begleiterkrankungen und der tierärztlichen Betreuung. Eine frühe Diagnose und eine angepasste Behandlung können dazu beitragen, die Lebensqualität möglichst lange zu erhalten.

Behandlung der Niereninsuffizienz

Eine chronische Niereninsuffizienz gilt als unheilbar, da geschädigtes Nierengewebe sich in der Regel nicht regenerieren kann. Die Behandlung richtet sich nach dem Krankheitsstadium und den individuellen Beschwerden des Hundes. Ziel ist es, den Hund bestmöglich zu unterstützen und auf auftretende Beschwerden einzugehen. Eine konsequente tierärztliche Betreuung kann dazu beitragen, Veränderungen des Gesundheitszustands frühzeitig zu erkennen. Lasse deinen Hund regelmäßig untersuchen, um den Verlauf der Erkrankung zu kontrollieren und die Behandlung bei Bedarf anzupassen.

Nierenprobleme kommen selten allein – Begleiterscheinungen behandeln

Hunde mit Niereninsuffizienz haben häufig Begleiterscheinungen wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bluthochdruck. Diese Beschwerden können je nach Ursache tierärztlich behandelt werden. Bei bakteriellen Infektionserkrankungen können Antibiotika zum Einsatz kommen. Zusätzlich können weitere Medikamente oder Maßnahmen in Betracht gezogen werden, die auf die individuellen Beschwerden des Hundes abgestimmt sind. Viele Hunde mit Niereninsuffizienz leiden unter Blutarmut (Anämie), Übersäuerung oder Proteinurie. Auch diese Beschwerden können gegebenenfalls tierärztlich behandelt werden. Nutze nur Medikamente, die die Nieren nicht zusätzlich belasten, und kläre die Behandlung vorher tierärztlich ab.

Eine Infusion kann eingesetzt werden, wenn eine Vergiftung die Ursache der Nierenerkrankung ist. Das gilt auch für eine Harnvergiftung (Urämie). Die Infusion unterstützt die Flüssigkeitsversorgung und kann die Ausscheidung bestimmter Stoffe fördern. Gleichzeitig wird dein Hund mit Elektrolyten und Flüssigkeit versorgt, um das Risiko einer Dehydrierung zu verringern.

Die SUC-Anwendung

Die SUC-Anwendung bei Hunden mit Nierenerkrankungen beschreibt die Verabreichung einer Kombination von drei Arzneimitteln. Die Anfangsbuchstaben der drei eingesetzten Substanzen ergeben das Kürzel SUC (Solidago compositum, Ubichinon compositum, Coenzyme compositum). Die Anwendung wird von einigen Tierärztinnen und Tierärzten als begleitende Maßnahme bei Hunden mit Nierenerkrankungen eingesetzt. In der Tierarztpraxis oder Tierklinik kannst du dich über die Einsatzmöglichkeiten und die individuelle Eignung einer SUC-Behandlung informieren.

Operationen

Sind Harnsteine, Tumore oder Verstopfungen der Harnleiter die Ursache, ist oft ein operativer Eingriff nötig.

Dialyse beim Hund

Wenn die Nieren bereits stark geschädigt sind, kann eine Nierenersatztherapie (Dialyse) erforderlich werden. Dabei reinigt ein Dialysegerät das Blut deines Hundes und übernimmt die Filterfunktion der Nieren. Eine Dialyse ist sehr teuer und nicht immer umsetzbar. Erkundige dich bei deiner Praxis oder Tierklinik, ob eine Dialyse möglich ist.

Nierentransplantation beim Hund

Bei Menschen kann eine Nierentransplantation in bestimmten Fällen eine Behandlungsoption sein. Bei Hunden spielt die Nierentransplantation in Deutschland in der Praxis keine Rolle und unterliegt rechtlichen sowie tierschutzrechtlichen Rahmenbedingungen. In einigen Ländern, darunter die USA, werden Nierentransplantationen bei Hunden vereinzelt durchgeführt. Mit einem solchen Eingriff sind jedoch erhebliche Kosten, ein hoher organisatorischer Aufwand sowie eine intensive Nachsorge verbunden. Zudem stellt eine weite Reise für schwer erkrankte Tiere häufig eine zusätzliche Belastung dar.

Kosten bei einer Niereninsuffizienz

Welche Kosten für einen Hund mit Niereninsuffizienz anfallen, ist abhängig vom Verlauf der Erkrankung und der individuellen Therapie. Dein Hund benötigt regelmäßige Untersuchungen mit Blutbild und Urinanalyse. Je nach Untersuchungsumfang und Tierklinik fallen dafür unterschiedliche Kosten an. Benötigt dein Hund Medikamente, musst du mit weiteren Kosten rechnen.

Eine angepasste Nierendiät ist häufig Bestandteil des Ernährungsmanagements bei chronischer Niereninsuffizienz. Die Kosten unterscheiden sich je nach Produkt und Hersteller. In unserem Sortiment findest du ein Diät-Alleinfuttermittel zur Unterstützung der Nierenfunktion bei chronischer Niereninsuffizienz ab 5,15 € pro kg. Bei einem Hund mit einem Körpergewicht von 10 kg entstehen dadurch Kosten von etwa 25 € pro Monat.

Nierendiätfutter anschauen

Ernährung bei Niereninsuffizienz

Bei vielen Hunden mit chronischer Niereninsuffizienz wird langfristig eine angepasste Nierendiät empfohlen. Nierendiäten zeichnen sich in der Regel durch einen angepassten Protein- und Phosphorgehalt aus und berücksichtigen die besonderen Ernährungsbedürfnisse von Hunden mit eingeschränkter Nierenfunktion.

Weniger Proteine

Da viele Hunde mit Niereninsuffizienz zu Gewichtsverlust und Muskelabbau neigen, sollte der Proteingehalt nicht unnötig stark reduziert werden. Bei selbst zubereiteten Rationen kann der Proteinanteil durch geeignete kohlenhydratreiche Komponenten angepasst werden. Dabei sollte auf eine bedarfsgerechte Nährstoffversorgung geachtet werden.

Wenig Phosphor und Natrium

Nierendiätfutter zeichnet sich in der Regel durch einen reduzierten Phosphorgehalt aus. Manchmal reicht eine phosphorreduzierte Ernährung allein jedoch nicht aus. Dann können zusätzlich Phosphatbinder eingesetzt werden. Dazu gehören beispielsweise Kalzium-, Magnesium- oder Eisenverbindungen. Diese Mineralstoffe kannst du allerdings auch überdosieren. Sprich die Gabe von Mineralstoffen daher tierärztlich ab.

Außerdem zeichnet sich eine Nierendiät häufig durch einen angepassten Natriumgehalt aus, um den besonderen Ernährungsanforderungen von Hunden mit eingeschränkter Nierenfunktion gerecht zu werden.

Vitamine hinzufügen

Je nach individuellem Bedarf kann die Versorgung mit bestimmten Vitaminen berücksichtigt werden. Dazu gehören beispielsweise Vitamin D3, Vitamin A und verschiedene B-Vitamine. B-Vitamine müssen nicht zwingend auf der Verpackung von Futtermitteln aufgeführt werden. Bei Alleinfuttermitteln sind sie häufig enthalten, auch wenn sie nicht gesondert deklariert werden. Im Zweifel kannst du den Hersteller nach den enthaltenen Vitaminen fragen.

Appetit anregen

Viele Hunde mit Niereninsuffizienz haben kaum oder keinen Appetit. Versuche trotzdem, das Futter schrittweise umzustellen. Mische dazu das Nierendiätfutter nach und nach unter die bisherigen Mahlzeiten. Durch eine langsame Umstellung kann sich dein Hund besser an das neue Futter gewöhnen. Außerdem kannst du das Futter erwärmen oder einweichen, um es schmackhafter zu machen. Teile die Tagesration auf mehrere kleine Mahlzeiten auf. So fällt es vielen Hunden leichter zu fressen.

Rührt dein Hund das Nierendiätfutter gar nicht an, verwende zunächst ein Futter, das er gerne frisst. Bei Hunden mit stark vermindertem Appetit ist eine ausreichende Futteraufnahme besonders wichtig. Wird kein Nierendiätfutter gefüttert, kann die Fütterung gegebenenfalls durch Phosphatbinder ergänzt werden. In diesem Fall ist eine tierärztliche Absprache über die Ernährung deines Hundes sinnvoll.

Viel trinken

Stelle deinem Hund jederzeit ausreichend frisches Trinkwasser zur Verfügung und überprüfe regelmäßig, ob er genügend Flüssigkeit aufnimmt. Auch wenn dein Hund nachts häufiger Urin absetzt oder inkontinent ist, sollte ihm jederzeit Wasser zur Verfügung stehen. Damit du nachts nicht nach draußen musst, kannst du deinem Hund beibringen, eine Hundetoilette zu benutzen. Alternativ können Windeln bei Inkontinenz hilfreich sein.

Leckerlis bei Nierenproblemen

Auf Leckerlis müssen Hunde mit Niereninsuffizienz nicht grundsätzlich verzichten. Da Leckerlis in der Regel nur einen kleinen Teil der täglichen Futtermenge ausmachen, spielen sie meist eine untergeordnete Rolle in der Gesamtration. Dennoch empfiehlt es sich, phosphatreiche Leckerlis möglichst zu vermeiden. Dazu zählen beispielsweise Knochen.

5 Tipps zur Fütterung bei Niereninsuffizienz

Achte auf einen angepassten Protein- und Phosphorgehalt im Futter, wie er für Nierendiäten typisch ist.

Stelle das Futter langsam um. So kann sich dein Hund besser an das neue Futter gewöhnen.

Erwärme das Futter oder weiche es ein, um es für deinen Hund schmackhafter zu machen.

Teile das Futter in mehrere kleine Mahlzeiten auf. Dadurch fällt es deinem Hund leichter, die Portionen aufzufressen.

Stelle deinem Hund immer ausreichend Wasser zur Verfügung. Es ist wichtig, dass Hunde mit Nierenproblemen genügend trinken.

Nierendiät beim Hund – das musst du beachten

Die folgenden Angaben dienen als Orientierung für typische Nierendiäten. Die Werte beziehen sich auf ein Trockenfutter mit 12 % Feuchtigkeit bzw. ein Nassfutter mit 79 % Feuchtigkeit.

Trockenfutter (pro 100 g) Nassfutter (pro 100 g)
Protein < 22 % < 5,5 %
Phosphor < 0,5 % < 0,12 %
Vitamin A > 1.320 IE > 315 IE
Vitamin B1 / Thiamin > 0,3 mg > 0,07 mg

Unsere Futterempfehlung für Hunde mit Niereninsuffizienz

Für Hunde mit chronischer Niereninsuffizienz empfehlen wir unser Trockenfutter der Sorte Held vom Feld. Held vom Feld ist ein Diät-Alleinfuttermittel zur Unterstützung der Nierenfunktion bei chronischer Niereninsuffizienz. Das Futter zeichnet sich durch einen angepassten Gehalt an Protein, Phosphor, Natrium und Kalzium aus und wurde für die besonderen Ernährungsbedürfnisse von Hunden mit eingeschränkter Nierenfunktion entwickelt. Als Alleinfuttermittel versorgt es deinen Hund mit allen wichtigen Nährstoffen.

 

Die Kombination aus Mais, Kartoffeln und Ei verleiht dem Futter einen angenehmen Geschmack und kann die Futterumstellung erleichtern. Erfahre jetzt mehr über Held vom Feld.

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Die 8 häufigsten Fragen zu Nierenerkrankungen beim Hund

Dein Hund hat die Diagnose Niereninsuffizienz bekommen? Wir beantworten dir die häufigsten Fragen.

Wie lange kann ein Hund mit Niereninsuffizienz leben?

Wie lange ein Hund mit Niereninsuffizienz lebt, ist individuell. Der weitere Verlauf hängt unter anderem vom Krankheitsstadium, möglichen Begleiterkrankungen und der tierärztlichen Betreuung ab. Ist die Erkrankung weit fortgeschritten und die Nieren sind stark geschädigt, kann sie lebensbedrohlich werden und tödlich verlaufen. Eine frühe Diagnose und eine angepasste Behandlung können dazu beitragen, die Lebensqualität möglichst lange zu erhalten.

Wie kündigt sich Nierenversagen beim Hund an?

Eine Nierenerkrankung beim Hund bleibt oft lange unbemerkt. Zu den frühen Anzeichen einer Niereninsuffizienz gehören häufig vermehrtes Trinken und Wasserlassen. Bei einem fortgeschrittenen Nierenversagen kann die Urinproduktion stark abnehmen oder ausbleiben. Viele Hunde wirken dann sehr schwach, schlafen deutlich mehr als gewöhnlich und sind kraftlos. Lass die Beschwerden tierärztlich abklären, wenn du Veränderungen bei deinem Hund bemerkst.

Wann sollte man einen Hund mit Niereninsuffizienz einschläfern?

Viele Hunde können trotz Niereninsuffizienz über längere Zeit eine gute Lebensqualität behalten. Ist die Erkrankung weit fortgeschritten oder bereits ein vollständiges Nierenversagen eingetreten, können die Beschwerden sehr schwerwiegend sein. Im Endstadium der Niereninsuffizienz können unter anderem epileptische Anfälle sowie Seh- und Hörstörungen auftreten. Die Entscheidung zur Einschläferung sollte immer gemeinsam mit dem behandelnden Praxis-Team getroffen werden. Sie kann in Betracht gezogen werden, wenn die Lebensqualität des Hundes dauerhaft stark eingeschränkt ist und die Beschwerden trotz Behandlung nicht ausreichend kontrolliert werden können.

Was darf ein Hund mit Niereninsuffizienz nicht fressen?

Bei einer Niereninsuffizienz wird häufig eine angepasste Nierendiät empfohlen. Achte deshalb darauf, welche Lebensmittel und Leckerlis dein Hund erhält. Zutaten mit hohen Gehalten an Protein und Phosphor werden bei Nierendiäten in der Regel vermieden. Dazu gehören beispielsweise Knochen, Knochenmehl und größere Mengen an Innereien. Auf Tischreste sollte ebenfalls verzichtet werden.

Wie sieht eine Niereninsuffizienz im Endstadium aus?

Sind die Nieren bereits stark geschädigt, können sich die Beschwerden deutlich verschlimmern. Die Urinproduktion kann im Endstadium stark abnehmen oder vollständig ausbleiben. Dadurch können sich harnpflichtige Stoffe im Körper anreichern (Urämie). In fortgeschrittenen Stadien können unter anderem Krämpfe, epileptische Anfälle sowie Seh- und Hörstörungen auftreten. Das Endstadium einer Niereninsuffizienz ist lebensbedrohlich und kann tödlich verlaufen.

Welche Hunde sind besonders häufig von einer Niereninsuffizienz betroffen?

Grundsätzlich kann jeder Hund an einer Niereninsuffizienz erkranken. Häufig sind ältere Hunde betroffen, da die Nierenfunktion im Alter nachlassen kann oder die Erkrankung erst in einem fortgeschrittenen Stadium erkannt wird. Für einige Hunderassen wird ein erhöhtes Risiko für bestimmte Nierenerkrankungen diskutiert. Die wissenschaftliche Datenlage ist jedoch nicht in allen Fällen eindeutig. Häufig genannt werden unter anderem Pudel, Cocker Spaniel, Berner Sennenhunde und Yorkshire Terrier.

Ist eine Nierentransplantation beim Hund erlaubt?

Nierentransplantationen werden bei Hunden in Deutschland praktisch nicht durchgeführt. In einigen Ländern, beispielsweise den USA, werden solche Eingriffe vereinzelt durchgeführt. Neben den hohen Kosten sind auch die Suche nach einem geeigneten Spender, die lebenslange Nachsorge und die Belastung für die beteiligten Tiere wichtige Aspekte, die berücksichtigt werden müssen.

Haben Hunde mit einer Niereninsuffizienz Schmerzen?

Die Beschwerden einer Niereninsuffizienz können für Hunde sehr belastend sein. Viele Hunde leiden unter Übelkeit, Appetitlosigkeit, Schwäche oder allgemeinem Unwohlsein. Je nach Ursache, Krankheitsstadium und möglichen Begleiterkrankungen können auch Schmerzen auftreten.

Prophylaxe – Tipps zur Vorbeugung von Nierenproblemen

Eine Niereninsuffizienz lässt sich nicht immer verhindern. Regelmäßige Blut- und Urinuntersuchungen können jedoch helfen, Veränderungen der Nierenfunktion frühzeitig zu erkennen. Vor allem bei älteren Hunden kann eine regelmäßige Kontrolle der Nierenwerte sinnvoll sein. So können frühzeitig geeignete Maßnahmen eingeleitet und der weitere Verlauf überwacht werden. Dazu gehören beispielsweise eine angepasste Ernährung, ausreichend Ruhephasen und die tierärztliche Betreuung bestehender Grunderkrankungen.

 

Bei der Fütterung sollte auf eine bedarfsgerechte Nährstoffversorgung geachtet werden. Die Zusammensetzung der Nahrung kann je nach Alter, Gesundheitszustand und individuellem Bedarf des Hundes unterschiedlich ausfallen. Bei Nierenproblemen wird beispielsweise ein proteinreduziertes Diät-Alleinfuttermittel mit angepassten Gehalten an Phosphor, Natrium und Kalium empfohlen.