Bauchspeicheldrüsenentzündung Hund – Pankreatitis und Pankreasinsuffizienz

Die Bauchspeicheldrüse deines Hundes spielt eine wichtige Rolle bei der Verdauung und Verwertung der Nahrung. Funktioniert sie nicht richtig, können Verdauungsprobleme wie Durchfall auftreten. Eine angepasste Ernährung spielt bei Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse häufig eine wichtige Rolle. Wir geben dir wertvolle Tipps zur passenden Fütterung und zeigen, worauf du bei der Ernährung deines Hundes achten solltest.

Ofrieda, 15.06.2021 – Letzte Überprüfung: 30.07.2026

Kapitelübersicht

Wenn die Bauchspeicheldrüse nicht mehr richtig arbeitet – Aufgaben des Pankreas

Ursachen der Bauchspeicheldrüsenschwäche beim Hund

Pankreatitis oder Pankreasinsuffizienz?

Symptome einer Erkrankung der Bauchspeicheldrüse beim Hund

Diagnose – Bauchspeicheldrüsenerkrankungen frühzeitig erkennen

Behandlung der Bauchspeicheldrüsenentzündung beim Hund

Die richtige Ernährung für Hunde mit Pankreatitis

Unsere Futterempfehlung für Hunde mit Bauchspeicheldrüsenentzündung

Die 11 häufigsten Fragen zur Bauchspeicheldrüsenentzündung beim Hund

Erfahrungsbericht von Dr. Catarina Grib

Wenn die Bauchspeicheldrüse nicht mehr richtig arbeitet – Aufgaben des Pankreas

Die Bauchspeicheldrüse, auch Pankreas genannt, besteht aus zwei Hauptteilen: dem exokrinen und dem endokrinen Teil. Der exokrine Teil ist für die Produktion und Ausschüttung von Verdauungsenzymen verantwortlich. Im endokrinen Teil werden die Hormone Insulin und Glukagon gebildet. Insulin reguliert den Blutzuckerspiegel und spielt damit eine wichtige Rolle im Stoffwechsel. Eine Störung des endokrinen Teils kann zur Entstehung eines Diabetes mellitus beitragen.

 

Die Verdauungsenzyme spalten die Nährstoffe aus dem Hundefutter auf, damit der Hund sie aufnehmen und verwerten kann. Ist die Funktion der Bauchspeicheldrüse deutlich eingeschränkt, können Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette nicht mehr ausreichend verdaut werden. Dadurch kann es zu Nährstoffmangel und Gewichtsverlust kommen. Unbehandelt können schwere Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse lebensbedrohlich werden. Viele Hunde sprechen jedoch gut auf eine geeignete tierärztliche Behandlung an. Wie schnell sich die Beschwerden bessern, hängt von der Ursache und dem Verlauf der Erkrankung ab. Mit einer angepassten Behandlung und Ernährung können viele Hunde trotz einer Erkrankung der Bauchspeicheldrüse eine gute Lebensqualität erhalten.

Ursachen der Bauchspeicheldrüsenschwäche beim Hund

Eine Bauchspeicheldrüsenschwäche kann unterschiedliche Ursachen haben. Bei bestimmten Hunderassen tritt häufiger eine erbliche Form der Erkrankung auf. Die Welpen werden zunächst mit einer normal funktionierenden Bauchspeicheldrüse geboren. Im weiteren Verlauf kann sich das Pankreasgewebe jedoch zurückbilden. Man vermutet, dass eine Autoimmunreaktion diesen Prozess verursacht. So können bereits Junghunde erste Symptome einer Bauchspeicheldrüsenerkrankung zeigen.

 

Auch eine Bauchspeicheldrüsenentzündung kann eine Ursache für eine Bauchspeicheldrüsenschwäche sein. Entzündet sich das Pankreas, kann das Gewebe geschädigt werden. Ist das Gewebe stark beeinträchtigt, kann eine Bauchspeicheldrüsenschwäche entstehen. Nach einer einzelnen Entzündung ist eine so starke Schädigung jedoch selten. Häufig entwickelt sich eine Bauchspeicheldrüsenschwäche infolge einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzzündung. Dabei treten die Entzündungen in wiederkehrenden Schüben auf.

Weitere mögliche Ursachen für eine Bauchspeicheldrüsenschwäche:

eine dauerhaft unausgewogene Ernährung mit einem hohen Fettanteil oder schwer verdaulichen Bestandteilen

bestimmte Medikamente (z. B. Asparaginase, Phenobarbital oder einige Antibiotika)

hormonelle Erkrankungen (z. B. Diabetes, Schilddrüsenunterfunktion oder Morbus Cushing)

Infektionen oder Tumore in oder um die Bauchspeicheldrüse

Pankreatitis oder Pankreasinsuffizienz?

Zu den häufigsten Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse beim Hund gehören die Pankreatitis und die Pankreasinsuffizienz. Die Pankreatitis beschreibt eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Bei einer akuten Pankreatitis treten die Entzündungen meist nur in der Bauchspeicheldrüse auf. In schweren Fällen kann die Entzündung auch andere Organe beeinträchtigen und zu schwerwiegenden Komplikationen führen. In manchen Fällen entwickelt sich eine chronische Pankreatitis, bei der die Entzündungen in Schüben auftreten. Die wiederkehrenden Entzündungen können das Gewebe der Bauchspeicheldrüse schädigen und Vernarbungen verursachen. Ist das Gewebe bereits stark geschädigt, kann sich eine Pankreasinsuffizienz entwickeln. Dabei werden weniger Verdauungsenzyme gebildet. Die Nährstoffe aus dem Futter können nicht mehr ausreichend verdaut und aufgenommen werden und werden teilweise ungenutzt ausgeschieden. Die Folge können Nährstoff- und Vitaminmängel sowie eine unzureichende Energieversorgung sein. Der Hund kann deutliche Mangelerscheinungen entwickeln. In Fachkreisen wird die Pankreasinsuffizienz auch als exokrine Pankreasinsuffizienz (EPI) bezeichnet.

Symptome einer Erkrankung der Bauchspeicheldrüse beim Hund

Je nach Erkrankung der Bauchspeicheldrüse zeigt der Hund unterschiedliche Symptome. Die Art der Beschwerden gibt häufig bereits erste Hinweise darauf, ob eher eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) oder eine Unterfunktion der Bauchspeicheldrüse (Pankreasinsuffizienz) vorliegt.

Pankreatitis beim Hund – Symptome

Bauchschmerzen
Erbrechen
Durchfall
Appetit- und Teilnahmslosigkeit
Gewichtsabnahme

Pankreasinsuffizienz beim Hund – Symptome

Anhaltender Durchfall
Häufiges Kotabsätzen
Große Kotmengen
unverdautes Futter im Kot
Gewichtsabnahme
Heißhunger
Fressen von Kot und Abfall
Blähungen

Diagnose – Bauchspeicheldrüsenerkrankungen frühzeitig erkennen

Die Diagnose von Bauchspeicheldrüsenerkrankungen beim Hund kann eine Herausforderung darstellen. Die Symptome sind oft unspezifisch und können auch bei anderen Erkrankungen auftreten. Eine Kombination aus klinischer Untersuchung, Anamnese, Blutuntersuchungen und bildgebenden Verfahren ermöglicht in der Regel eine zuverlässige Diagnose.

Klinische Untersuchung und Anamnese

Als Erstes wird dein Hund auf Anzeichen wie Bauchschmerzen, Dehydration und Gewichtsverlust untersucht. Berichte in der Tierklinik ausführlich über die Symptome, die Krankheitsgeschichte und die Fütterung deines Hundes. Diese Informationen helfen dabei, die Ursache der Beschwerden einzugrenzen und die tierärztliche Diagnose zu erleichtern.

Bluttests

Blutuntersuchungen spielen eine entscheidende Rolle bei der Diagnose von Bauchspeicheldrüsenerkrankungen beim Hund. Dabei werden verschiedene Blutwerte untersucht. Enzyme wie Amylase und Lipase sowie spezielle Blutwerte wie die Trypsin-like Immunoreactivity (TLI) können Hinweise auf eine Entzündung oder eine Funktionsstörung der Bauchspeicheldrüse liefern. Auch der Blutzuckerspiegel wird bestimmt, da Veränderungen unter anderem auf einen Diabetes mellitus hinweisen können. Zusätzlich liefern die Blutergebnisse Hinweise auf Entzündungen oder andere Begleiterkrankungen und unterstützen die tierärztliche Diagnosestellung.

Ultraschall

Mithilfe einer Ultraschalluntersuchung werden die Bauchspeicheldrüse und das umliegende Gewebe untersucht. Veränderungen in Größe, Form oder Struktur können Hinweise auf eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse geben. Außerdem können im Ultraschall beispielsweise Tumore oder andere Veränderungen an der Bauchspeicheldrüse und im umliegenden Gewebe sichtbar werden.

Röntgen und Computertomographie (CT)

Röntgenaufnahmen und CT-Untersuchungen ermöglichen eine detaillierte Darstellung der Bauchorgane und möglicher Veränderungen. Die gewonnenen Informationen können die tierärztliche Diagnosestellung unterstützen.

Biopsie

In einigen Fällen kann eine Gewebeprobe der Bauchspeicheldrüse erforderlich sein, um die Diagnose zu sichern. Eine Biopsie ist die Entnahme einer Gewebeprobe aus der Bauchspeicheldrüse. Die mikroskopische Untersuchung der Gewebeprobe kann zeigen, ob Entzündungen, Infektionen oder Tumore vorliegen.

Behandlung der Bauchspeicheldrüsenentzündung beim Hund

Die Behandlung richtet sich nach den Symptomen deines Hundes und der Art der Bauchspeicheldrüsenerkrankung. Ziel der Behandlung ist die Linderung der Symptome, die Unterstützung der Bauchspeicheldrüsenfunktion und die Verbesserung der Lebensqualität des Hundes. Mit einer frühzeitigen und geeigneten Behandlung ist die Prognose für viele Hunde mit Pankreatitis günstig.

Wenn dein Hund wiederholt erbricht, kann in Absprache mit dem tierärztlichen Fachpersonal eine kurze Futterpause sinnvoll sein. Achte darauf, dass dein Hund dabei ausreichend Flüssigkeit aufnimmt. Die Futterpause kann dazu beitragen, den Verdauungstrakt vorübergehend zu entlasten. Außerdem kann die Umstellung auf ein geeignetes Diätfuttermittel für Hunde mit Bauchspeicheldrüsenerkrankungen sinnvoll sein. Eine angepasste Ernährung kann dazu beitragen, die Bauchspeicheldrüse zu entlasten und eine bedarfsgerechte Nährstoffversorgung zu unterstützen. Je nach Erkrankung können zusätzlich entzündungshemmende und schmerzlindernde Medikamente eingesetzt werden. Bei starken Schmerzen wird in der tierärztlichen Praxis unter anderem Metamizol (Novalgin®) eingesetzt. Ob dieses Arzneimittel geeignet ist, entscheidet das tierärztliche Fachpersonal. Bei einer Pankreasinsuffizienz werden Verdauungsenzyme in Form von Tabletten oder Pulver verabreicht, um die Verdauung der Nahrung zu unterstützen. Bekannte Verdauungsenzyme für Hunde mit EPI sind beispielsweise Almazyme und Enzymopank.

Bei einer schweren Pankreatitis kann in Einzelfällen eine Operation notwendig sein, beispielsweise zur Behandlung von Abszessen oder Zysten. Ob ein chirurgischer Eingriff erforderlich ist, hängt von der Schwere der Erkrankung und dem Gesundheitszustand deines Hundes ab. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung können das Risiko für Komplikationen verringern. Je nach Art und Verlauf der Erkrankung kann eine langfristige oder auch lebenslange Anpassung der Ernährung sowie gegebenenfalls eine medikamentöse Behandlung erforderlich sein. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen in der Tierklinik helfen dabei, den Krankheitsverlauf zu überwachen.

Hausmittel bei Bauchspeicheldrüsenerkrankungen

Eine Bauchspeicheldrüsenerkrankung beim Hund ist eine ernst zu nehmende Erkrankung. Daher sollte die Behandlung immer in tierärztlicher Abstimmung erfolgen. Bei unzureichender Behandlung können schwere Verläufe lebensbedrohlich sein. Daher empfehlen wir, bei Bauchspeicheldrüsenerkrankungen auf Hausmittel zu verzichten. Eine angepasste Fütterung kann die tierärztliche Behandlung sinnvoll unterstützen und dazu beitragen, den besonderen Ernährungsbedarf deines Hundes zu berücksichtigen.

Die richtige Ernährung – Was darf ein Hund bei Pankreatitis fressen?

Bei Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse spielt eine angepasste Ernährung eine wichtige Rolle. Ist dein Hund beispielsweise an einer EPI erkrankt, ist in der Regel eine lebenslange Gabe spezieller Enzympräparate erforderlich. Diese gleichen den Mangel an Verdauungsenzymen aus und werden jeder Mahlzeit zugesetzt. Außerdem sollte das Futter für Hunde mit Bauchspeicheldrüsenerkrankungen besonders gut verdaulich sein. Ein hochverdauliches Futter kann dazu beitragen, die Verdauung zu erleichtern und die Bauchspeicheldrüse möglichst wenig zu belasten. Je nach Erkrankung kann ein spezielles Diät-Alleinfuttermittel mit hochverdaulichen Kohlenhydraten, Fetten und Proteinen sinnvoll sein.

Wie viele Mahlzeiten sollte ich meinem Hund füttern?

Um die Verdauung möglichst zu unterstützen, kann es sinnvoll sein, die tägliche Futtermenge auf drei bis fünf Mahlzeiten zu verteilen. Das kann den Magen-Darm-Trakt entlasten und die Verträglichkeit des Futters verbessern. Es wird empfohlen, den Hund möglichst immer zur gleichen Uhrzeit zu füttern, da sich dies positiv auf die Verdauung auswirken kann. Zwischen den Mahlzeiten sollte dein Hund möglichst keine zusätzlichen Snacks oder Leckerlis erhalten.

Wie viel sollte ich meinem Hund füttern?

Einige Hunde verlieren durch die Erkrankung deutlich an Gewicht und liegen unter ihrem Idealgewicht. Bei Hunden mit einer exokrinen Pankreasinsuffizienz (EPI) trägt die Gabe von Verdauungsenzymen häufig dazu bei, die Nährstoffaufnahme zu verbessern und eine Gewichtszunahme zu unterstützen. Reicht dies nicht aus, kann es sinnvoll sein, die tägliche Futtermenge anzupassen. Je nach Ernährungszustand kann die tägliche Futtermenge vorübergehend um bis zu 30 % erhöht werden. Die genaue Futtermenge sollte jedoch individuell angepasst werden. Lass dich hierzu am Besten tierärztlich beraten.

Worauf sollte ich bei der Futterauswahl achten?

Eine angepasste Ernährung spielt eine wichtige Rolle, um den besonderen Ernährungsbedarf von Hunden mit Bauchspeicheldrüsenerkrankungen zu berücksichtigen. Bei einer Pankreatitis werden leicht verdauliche Kohlenhydrate und hochwertige Proteine häufig empfohlen. Geeignete Zutaten können beispielsweise Reis und Insektenprotein sein.

Achte bei der Auswahl eines geeigneten Futters auf den Fettgehalt, da ein hoher Fettanteil die Bauchspeicheldrüse belasten kann. Beachte jedoch, dass die Fettangaben von Trocken- und Nassfutter nicht direkt vergleichbar sind. Dies liegt am unterschiedlichen Wassergehalt der beiden Futterarten: Während Trockenfutter nur rund 10 % Feuchtigkeit enthält, besteht Nassfutter zu 70 bis 80 % aus Wasser. Deshalb sollten die Fettgehalte immer unter Berücksichtigung der Trockenmasse verglichen werden.

Als Orientierung gilt: Trockenfutter sollte maximal 10 % Fett enthalten, was etwa 11 % Fett in der Trockenmasse entspricht. Bei Nassfutter liegt der empfohlene Fettgehalt bei höchstens 2,5 %, was ebenfalls etwa 11 % in der Trockenmasse ausmacht. Die Trockenmasse beschreibt den Anteil des Futters, der nach dem Entzug des Wassers übrig bleibt. So lassen sich Nährstoffe wie Fett oder Eiweiß unabhängig vom Wassergehalt besser vergleichen. Das folgende Diagramm veranschaulicht die Fettaufnahme bei Trocken- und Nassfutter.

Fettaufnahme für einen 10 kg Hund

Nassfutter vs. Trockenfutter mit einem Fettgehalt von jeweils 15 %.

Neben dem Fettgehalt ist auch die Verdaulichkeit ein wichtiger Faktor. Je leichter ein Futter verdaulich ist, desto besser kann es die Verdauung unterstützen und die Bauchspeicheldrüse möglichst wenig belasten. Als Orientierung gelten eine Rohproteinverdaulichkeit von über 85 % und eine Rohfettverdaulichkeit von über 90 %. Falls diese Werte nicht auf der Verpackung angegeben sind, kannst du beim Hersteller nachfragen.

Ein weiterer Faktor, der die Verdaulichkeit eines Futters beeinflussen kann, ist der Rohfasergehalt. Rohfasern sind unverdauliche Bestandteile, die die Verdauung beeinflussen. Für Hunde mit Pankreatitis wird häufig ein eher niedriger Rohfasergehalt empfohlen. Als Orientierung gelten maximal 4 % bei Trockenfutter und maximal 1 % bei Nassfutter. Ein eher niedriger Rohfasergehalt kann zu einer guten Verdaulichkeit des Futters beitragen.

Achte darauf, dass das Futter als Diät-Alleinfuttermittel für Hunde mit Pankreatitis bzw. mit einem entsprechenden besonderen Ernährungszweck gekennzeichnet ist. So kannst du erkennen, dass es den besonderen Anforderungen an ein Diätfuttermittel entspricht und zur ernährungsphysiologischen Unterstützung vorgesehen ist. Auf der Produktseite oder dem Etikett sollte beispielsweise folgender Hinweis stehen: „Diät-Alleinfuttermittel für adulte Hunde. Besonderer Ernährungszweck: Ausgleich bei unzureichender Verdauung und bei exokriner Pankreasinsuffizienz.“

Welches Gemüse kann ich bei Pankreatitis füttern?

Bei Pankreatitis ist es wichtig, auf die Auswahl des Gemüses zu achten. Bestimmte Gemüsesorten sind schwerer verdaulich und werden bei einer Pankreatitis häufig nicht empfohlen. Gemüsesorten mit einem hohen Ballaststoffgehalt sollten nur in Maßen gefüttert werden. Beachte außerdem, dass einige Gemüsesorten vor der Fütterung gekocht werden sollten, um sie besser verdaulich zu machen. Weitere Infos über Gemüse für deinen Hund findest du in diesem Beitrag.

Geeignetes Gemüse für Hunde mit Pankreatitis:

Süßkartoffeln und Kartoffeln sind gute Quellen für Kohlenhydrate und enthalten wenig Fett.

Kürbis und Zucchini eignen sich aufgrund ihres geringen Fettgehalts und ihrer guten Verträglichkeit häufig für Hunde mit Pankreatitis.

Reis gilt als leicht verdauliche Kohlenhydratquelle und wird bei Hunden mit Pankreatitis häufig empfohlen.

Kann ich meinem Hund Leckerlis füttern?

Dein Hund muss trotz einer Bauchspeicheldrüsenerkrankung nicht auf eine leckere Belohnung verzichten. Bei der Auswahl der Leckerlis solltest du allerdings einige Punkte beachten, damit sie zur angepassten Ernährung deines Hundes passen.

Fettgehalt:

Achte auf einen niedrigen Fettgehalt der Leckerlis. Fettreiche Snacks können für Hunde mit Bauchspeicheldrüsenerkrankungen ungünstig sein und werden häufig nicht empfohlen.

Einfache Zutaten: 

Wähle Leckerlis mit wenigen und gut verträglichen Zutaten. Eine überschaubare Zutatenliste kann dabei helfen, die Verträglichkeit besser einzuschätzen. Snacks mit Zucker solltest du vermeiden.

Kleine Mengen:

Gib deinem Hund Leckerlis nur in kleinen Mengen, damit sie gut in den täglichen Futterplan passen und die tägliche Fettaufnahme möglichst gering bleibt.

Unser Tipp: Verwende das Diät-Trockenfutter deines Hundes als Leckerli. So kannst du ihn beispielsweise auch beim Training belohnen und gleichzeitig bei seiner gewohnten Fütterung bleiben.

Was sollte mein Hund nicht fressen?

Bestimmte Lebensmittel sind für Hunde mit Bauchspeicheldrüsenerkrankungen weniger geeignet. Dazu gehören vor allem fettreiche Lebensmittel sowie ungewohnte oder besonders große Mahlzeiten. Außerdem solltest du deinem Hund möglichst kein rohes Fleisch oder Knochen füttern, da diese schwerer verdaulich sein können.

Darf mein Hund mit Pankreatitis Quark fressen?

Bei einer Pankreatitis kann es sinnvoll sein, Magerquark in kleinen Mengen zu füttern. Fettarmer Quark enthält viel Protein und weniger Fett als viele andere Milchprodukte. Bei der Auswahl des Quarks solltest du auf fettarme Varianten ohne Zucker achten. Geeignet sind beispielsweise Magerquark oder fettarmer körniger Frischkäse. Füttere deinem Hund Quark nur gelegentlich und in kleinen Mengen, damit er gut in den Fütterungsplan passt.

 

Manche Hunde reagieren empfindlich auf Milchprodukte, insbesondere wenn sie zu Verdauungsproblemen oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten neigen. In solchen Fällen kann Quark zu Magen-Darm-Beschwerden führen und sollte besser nicht gefüttert werden. Lass dich im Zweifel tierärztlich beraten. Gemeinsam könnt ihr entscheiden, ob Quark für deinen Hund geeignet ist.

Unsere Futterempfehlung für Hunde mit Bauchspeicheldrüsenentzündung

Bei einer Bauchspeicheldrüsenentzündung spielt die richtige Ernährung eine entscheidende Rolle. Unsere Sorte Schonkost wurde speziell für Hunde mit besonderen ernährungsphysiologischen Bedürfnissen entwickelt und ist ein Diät-Alleinfuttermittel zum Ausgleich bei unzureichender Verdauung und bei exokriner Pankreasinsuffizienz. Die Rezeptur kombiniert leicht verdauliche Zutaten mit einem angepassten Fett- und Rohfasergehalt. So enthält unser Trockenfutter nur 7,9 % Rohfett und 1,8 % Rohfaser, das Nassfutter sogar nur 2,5 % Rohfett und 0,6 % Rohfaser. Auch bei der Verdaulichkeit erfüllt unsere Schonkost hohe Anforderungen. Die Rohproteinverdaulichkeit des Trockenfutters liegt bei 91,4 % und unterstützt so eine bedarfsgerechte Ernährung von Hunden mit unzureichender Verdauung. Als Diät-Alleinfuttermittel versorgt das Futter deinen Hund täglich mit allen wichtigen Nährstoffen und ist dabei abgestimmt auf seine besonderen Ernährungsbedürfnisse.

Kundinnen & Kunden mit glücklichen Hunden

Die 11 häufigsten Fragen zur Bauchspeicheldrüsenentzündung beim Hund

Hat dein Hund die Diagnose Bauchspeicheldrüsenentzündung bekommen, gehen dir wahrscheinlich viele Fragen durch den Kopf. Hier findest du Antworten auf die häufigsten Fragen rund um die Erkrankung und die richtige Ernährung.

Welche Symptome treten bei Bauchspeicheldrüsenentzündung beim Hund auf?

Häufige Anzeichen für eine Pankreatitis sind Erbrechen, Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit und Durchfall. Viele Hunde wirken außerdem schlapp und abgeschlagen. Durch Erbrechen und Durchfall kann es zu einem Flüssigkeitsmangel kommen. In schweren Fällen können auch Fieber oder ein deutlich verschlechterter Allgemeinzustand auftreten. In diesem Fall solltest du deinen Hund umgehend in einer Tierklinik vorstellen.

Kann sich die Bauchspeicheldrüse beim Hund wieder erholen?

In vielen Fällen kann sich die Bauchspeicheldrüse wieder erholen, insbesondere wenn die Erkrankung früh erkannt und tierärztlich behandelt wird. Mit einer passenden Behandlung können sich die Beschwerden bei vielen Hunden deutlich bessern. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind dabei besonders wichtig. Wird eine Bauchspeicheldrüsenentzündung erst spät erkannt oder verläuft sie schwer, kann sie chronisch werden und langfristige Folgen haben.

Was beruhigt die Bauchspeicheldrüse beim Hund?

Damit sich die Bauchspeicheldrüse möglichst gut erholen kann, spielen eine tierärztliche Behandlung, ausreichend Ruhe und eine angepasste Ernährung eine wichtige Rolle. Je nach Schwere der Erkrankung gehören eine fettarme Ernährung sowie Medikamente gegen Schmerzen und Übelkeit häufig zur Behandlung. Mit einer frühzeitigen und passenden Behandlung können sich viele Hunde gut erholen.

Was darf ein Hund bei Bauchspeicheldrüsenentzündung essen?

Nach einer Pankreatitis ist das richtige Futter das A und O. Geeignet ist in der Regel ein fettarmes und leicht verdauliches Futter mit gut verträglichen Zutaten wie Reis sowie Insekten- oder Hühnerprotein. Es gibt außerdem Diät-Alleinfuttermittel, die speziell auf die Ernährungsbedürfnisse von Hunden mit Bauchspeicheldrüsenentzündung abgestimmt sind.

Welche Farbe hat der Stuhlgang bei Bauchspeicheldrüsenentzündung?

Bei einigen Hunden mit einer Bauchspeicheldrüsenerkrankung kann sich auch der Kot verändern. Er kann heller, gelblich oder fettig wirken. Veränderungen des Stuhlgangs können ein erster Hinweis darauf sein, dass die Verdauung gestört ist.

Was ist giftig für die Bauchspeicheldrüse?

Vor allem sehr fettreiche Mahlzeiten können die Beschwerden bei einer Bauchspeicheldrüsenentzündung verschlimmern. Deshalb ist in der Regel eine fettarme Ernährung empfehlenswert. Auch bestimmte Medikamente können das Risiko für eine Bauchspeicheldrüsenentzzündung erhöhen.

Kann der Hund an einer Bauchspeicheldrüsenentzündung sterben?

Ja. Eine Bauchspeicheldrüsenentzündung kann in schweren Fällen lebensbedrohlich sein und unbehandelt tödlich verlaufen. Eine schwere akute Pankreatitis kann zu schwerwiegenden Komplikationen bis hin zum Organversagen führen. Deshalb solltest du deinen Hund bei Verdacht auf eine Bauchspeicheldrüsenentzündung möglichst umgehend in einer Tierklinik vorstellen.

Wie lange dauert es, bis sich ein Hund von einer Pankreatitis erholt?

Wie lange die Erholung dauert, hängt unter anderem davon ab, wie schwer die Entzündung verläuft. In leichten Fällen kann dein Hund schon nach ein bis zwei Wochen wieder fit sein. Bei schwereren oder chronischen Verläufen kann die Genesung jedoch mehrere Wochen oder sogar Monate dauern. Während der Erholung sind die tierärztliche Behandlung, ausreichend Ruhe und eine angepasste, fettarme Ernährung besonders wichtig.

Welche Medikamente lösen Pankreatitis beim Hund aus?

Einige Arzneimittel werden als mögliche Risikofaktoren für eine Pankreatitis diskutiert. Dazu zählen unter anderem bestimmte Kortikosteroide, Chemotherapeutika und Diuretika. Ob ein Zusammenhang besteht, muss jedoch immer individuell tierärztlich beurteilt werden.

Welche Lebensmittel sind verboten bei Bauchspeicheldrüsenentzündung?

Vermeide vor allem sehr fettreiche Lebensmittel und Leckerlis. Dazu gehören beispielsweise fettreiche Fleischsorten, fettreiche Käsesorten und fettige Snacks. Auch schwer verdauliche Lebensmittel solltest du bei einer Pankreatitis möglichst vermeiden. Eine angepasste, fettarme Ernährung spielt bei einer Bauchspeicheldrüsenentzündung eine wichtige Rolle.

Wie kündigt sich eine Bauchspeicheldrüsenentzündung an?

Die ersten Anzeichen sind oft unspezifisch: Dein Hund frisst weniger, wirkt müder als sonst oder zieht sich zurück. Später können Symptome wie Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall hinzukommen. Wenn du diese Anzeichen bemerkst, solltest du deinen Hund möglichst zeitnah untersuchen lassen. Bei starken Beschwerden oder einem deutlich verschlechterten Allgemeinzustand ist eine Tierklinik die richtige Anlaufstelle.

Erfahrungsbericht von Dr. Catarina Grib

Dr. Catarina Grib ist bereits seit 2019 Kundin bei uns. Ihr Hund leidet an einer juvenilen exokrinen Pankreasinsuffizienz (EPI). In einem Interview erzählt sie, wie sie auf Ofrieda aufmerksam geworden ist, welche Herausforderungen die Erkrankung mit sich bringt und welche Erfahrungen sie mit der Ernährung ihres Hundes gemacht hat.

Hallo Catarina. Du hast uns erzählt, dass dein Hund unter einer Bauchspeicheldrüsenschwäche leidet. Wie wirkt sich diese Krankheit auf deinen Hund aus?

Im Alter von 4 Monaten bekam mein Hund chronischen Durchfall. Ich habe die Fütterung von Josera auf Reico Nassfutter umgestellt. Da sich keine Besserung einstellte und ich zum Gewichtserhalt täglich bis zu fünf 800-g-Dosen füttern musste, habe ich Royal Canine Intestinal gefüttert, danach gekocht (Hähnchenbrustfilet, Kartoffelbrei, Möhren). Eine Heilpraktikerin stellte die Diagnose einer Futterallergie und somit gab es Ziege Nassfutter von VetConcept. Der Durchfall blieb, es gesellte sich noch Schleim hinzu und mein Hund nahm an Gewicht nicht zu. Dann kam die richtige Diagnose: Juvenile Bauchspeicheldrüsen-Insuffizienz. Ziegenfleisch, Süßkartoffeln, Gemüse (alles gut durchgekocht) sowie die Gabe von Bauchspeicheldrüsen-Enzymen (Almazyme und Enzymopank) waren des Rätsels Lösung. Nach etwa fünf Monaten funktionierte jedoch auch diese Fütterung nicht mehr. Der Durchfall kehrte zurück, dazu kamen eine akute Pankreatitis und ein deutlicher Gewichtsverlust. Meine Tierärztin empfahl Canis Alpha, womit er zwar aus dem Durchfall heraus kam, allerdings innerhalb kürzester Zeit völlig übersäuert war.

Worauf musst du bei der Auswahl des Hundefutters besonders achten und wieso hast du dich für unser Hundefutter entschieden?

Bei einer Bauchspeicheldrüseninsuffizienz musste ich vor allem auf einen niedrigen Fettgehalt und gut verdauliche Zutaten achten. Mit Huhn, Rind und Wild habe ich bei meinem Hund leider keine guten Erfahrungen gemacht. Deshalb habe ich lange nach einem passenden Futter gesucht und bin schließlich auf Ofrieda aufmerksam geworden. Mich überzeugt vor allem der angepasste Fettgehalt sowie die leicht verdauliche Zusammensetzung. Außerdem gefällt mir, dass auf tierische Nebenerzeugnisse und Getreide verzichtet wird.

Wie verträgt dein Hund unser Hundefutter mit Insektenprotein? Konntest du schon Veränderungen beobachten?

Mein Hund hat euer Futter von Anfang an sehr gut vertragen. Bereits nach wenigen Tagen konnte ich eine Gewichtszunahme beobachten. Mittlerweile hat er wieder sein Idealgewicht erreicht. Auch sein Stuhlgang hat sich deutlich verbessert und er wirkt insgesamt wieder viel vitaler.

Wie verlief die Futterumstellung?

Am ersten Tag der Umstellung hatte mein Hund noch etwas Durchfall. Da ich das Futter jedoch nicht langsam umstellen konnte, blieb uns nur der direkte Wechsel. Bereits am zweiten Tag wurde der Stuhlgang fester und ab dem dritten Tag war er wieder gut geformt. Mein Hund verträgt das Futter seitdem sehr gut und benötigt deutlich kleinere Futtermengen als zuvor. In tierärztlicher Absprache konnten wir später sogar die Menge der Bauchspeicheldrüsen-Enzyme reduzieren.

Welche Enzyme fügst du dem Futter hinzu? Gibt es Alternativen zu Enzymopank und Almazyme?

Gängig ist die Gabe von Almazyme. Wenn man diese hinzufügt, muss das Insektenfutter mindestens eine Stunde mit Wasser einweichen. Bei meinem Hund war die Wirkung allerdings nicht zufriedenstellend, zudem rochen sowohl mein Hund als auch sein Kot recht streng. Als Alternative gebe ich zu eurem Futter frische Rinderpankreas, die ich über Haustierkost.de beziehe. Damit habe ich persönlich sehr gute Erfahrungen gemacht. Die Rinderpankreas wird direkt mit dem Futter vermischt. Ich taue sie auf und füttere sie bei Zimmertemperatur.

Kam es bereits zu Rückfällen?

Trotz korrekter Fütterung kann es bei meinem Hund gelegentlich zu einer vorübergehenden Verschlechterung kommen. Häufig habe ich den Eindruck, dass Stress dabei eine Rolle spielt. In Absprache mit meiner Tierärztin gebe ich ihm dann Bromelain. Damit habe ich bei meinem Hund gute Erfahrungen gemacht.

Gibt es sonst noch etwas, das du uns sagen möchtest?

Möchte ich noch etwas sagen? Im Nachhinein wünschte ich, ich wäre schon früher auf euer Futter aufmerksam geworden.