IBD beim Hund – Symptome, Therapie & Futter bei chronischer Darmentzündung

Leidet dein Hund unter Durchfall, Müdigkeit und Gewichtsverlust? Dies sind typische Symptome einer IBD. Oft bleibt die Darmentzündung zunächst unerkannt und kann sich im Verlauf verschlimmern. Wir zeigen dir, wie du IBD bei deinem Hund erkennst und welche Therapie sinnvoll ist. Mit der richtigen Behandlung und einer angepassten Ernährung kann sich die Lebensqualität deines Hundes deutlich verbessern.

Ofrieda, 07.10.2022 – Letzte Überprüfung: 23.07.2026

Kapitelübersicht

Was ist IBD (Inflammatory Bowel Disease)?

Aufgaben der Darmschleimhaut beim Hund

Was ist der Unterschied zwischen IBD und Morbus Crohn beim Hund?

Ursachen einer IBD beim Hund

Symptome – So äußert sich IBD beim Hund

Diagnose – Wie wird IBD beim Hund diagnostiziert?

Therapie – Wie wird IBD beim Hund behandelt?

Fütterung – Was dürfen Hunde mit IBD fressen?

Die 11 häufigsten Fragen zu IBD bei Hunden

Was ist IBD (Inflammatory Bowel Disease)?

Als IBD (Inflammatory Bowel Disease, deutsch: entzündliche Darm-Erkrankung) beim Hund wird eine chronische Darmentzündung mit unbekannter Ursache bezeichnet. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung, bei der die Darmschleimhaut des Hundes chronisch entzündet ist. Die Folge sind anhaltende Entzündungen im Darm. In schweren Fällen kann die Darmschleimhaut dauerhaft anschwellen oder sogar vernarben.

Da im Darm die Nährstoff- und Energieaufnahme stattfindet, kann bei Hunden mit IBD die Verdauung und Aufnahme von Nährstoffen beeinträchtigt sein. Die Hunde leiden an einer Resorptionsstörung. Mögliche Folgen sind Gewichtsverlust und Müdigkeit. IBD tritt in Schüben auf. Das bedeutet, dass erkrankte Hunde abwechselnd beschwerdefreie Perioden und Phasen mit starken Symptomen haben können. Wird die chronische Darmentzündung beim Hund nicht erkannt und behandelt, kann die Erkrankung einen schweren Verlauf annehmen. In schweren Fällen können weitere Erkrankungen auftreten, beispielsweise eine Bauchspeicheldrüsenentzzündung. Je früher die Behandlung beginnt, desto besser sind häufig die Aussichten für betroffene Hunde. Viele Hunde können trotz Erkrankung noch viele schöne Abenteuer erleben.

Endoskopie einer gesunden Darmschleimhaut

Endoskopie einer entzündeten Darmschleimhaut

Die Bilder wurden zur Verfügung gestellt durch die Tierklinik Dr. Trillig.

Weitere Darmerkrankungen beim Hund – Colitis und Enteritis

Colitis und Enteritis sind zwei entzündliche Darmerkrankungen, die ähnliche Beschwerden wie IBD verursachen können. Colitis bezeichnet eine Entzündung des Dickdarms, während Enteritis eine Entzündung des Dünndarms beschreibt. Beide Erkrankungen weisen ähnliche Symptome wie IBD auf, beispielsweise wiederkehrenden Durchfall, Erbrechen, Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust.

 

Aufgrund der ähnlichen Symptome ist die Unterscheidung zwischen IBD, Colitis und Enteritis schwierig. Eine genaue Diagnose ist wichtig, um die bestmögliche Behandlung für deinen Hund einzuleiten. Mit einer passenden Therapie, einer Futteranpassung und regelmäßigen Untersuchungen können viele Hunde mit entzündlichen Darmerkrankungen ein schönes Leben führen.

Aufgaben der Darmschleimhaut beim Hund

Die Darmschleimhaut deines Hundes hat eine wichtige Aufgabe. Über die Schleimhaut werden Wasser und Nährstoffe aufgenommen, sodass dein Hund mit Energie versorgt wird. Außerdem dient die Darmschleimhaut als Barriere gegen schädliche Stoffe. Die Schleimhaut im Darm hilft dabei, krankheitserregende Keime abzuwehren und erschwert das Eindringen schädlicher Stoffe.

 

Durch eine chronische Entzündung kann die Darmschleimhaut nicht richtig arbeiten. Die Nährstoffaufnahme kann beeinträchtigt sein und die Schutzfunktion der Darmschleimhaut nimmt ab. Dein Hund kann das Futter dadurch schlechter verwerten und ist anfälliger für weitere gesundheitliche Probleme.

Was ist der Unterschied zwischen IBD und Morbus Crohn beim Hund

IBD beim Hund weist einige Gemeinsamkeiten mit Morbus Crohn beim Menschen auf. Morbus Crohn ist ebenfalls eine chronische Darmentzündung. Typische Beschwerden sind Bauchschmerzen, Durchfall und Erbrechen. Wie IBD beim Hund verläuft auch Morbus Crohn häufig in Schüben und gilt derzeit als nicht heilbar. Die Bezeichnung „Morbus Crohn“ ist beim Hund eher unüblich.

IBD und Morbus Crohn im Vergleich

IBD ist eine chronische Darmentzündung beim Hund, Morbus Crohn beschreibt eine chronische Darmentzündung beim Menschen.

Beide Erkrankungen verlaufen häufig in Schüben. Eine ursächliche Heilung ist derzeit nicht möglich.

Bauchschmerzen, Durchfall und Erbrechen sind typische Anzeichen für IBD und Morbus Crohn.

Bei Hunden mit IBD sind vor allem Dünn- und Dickdarm betroffen, während Morbus Crohn beim Menschen den gesamten Verdauungstrakt betreffen kann.

Die Ursachen für IBD und Morbus Crohn sind bis heute nicht vollständig geklärt. Bei Morbus Crohn werden unter anderem genetische Faktoren und Umwelteinflüsse als mögliche Auslöser diskutiert.

Bei IBD konnte bislang kein eindeutiger genetischer Auslöser nachgewiesen werden. Eine genetische Veranlagung wird jedoch ebenfalls diskutiert.

Ursachen einer IBD beim Hund

Die Ursachen einer IBD beim Hund sind bis heute ungeklärt, weshalb IBD auch als chronische Darmentzündung mit unbekannter Ursache bezeichnet wird. Verschiedene mögliche Ursachen werden seit mehreren Jahren untersucht. Es wird vermutet, dass mehrere Faktoren zusammenwirken.

Welche Faktoren können eine Darmentzündung beim Hund begünstigen?

Ernährungsbedingte Faktoren wie Fütterungsfehler sowie Futtermittelallergien oder -unverträglichkeiten

Eine Fehlregulation des Immunsystems bzw. eine übermäßige Immunreaktion

Veränderungen der Darmflora

Veränderungen im Histaminstoffwechsel

Stress oder andere belastende Faktoren

Genetische Faktoren könnten ebenfalls eine Rolle spielen. Ein eindeutiger Nachweis steht bislang jedoch aus. Dass bestimmte Hunderassen häufiger betroffen sind, spricht für eine mögliche genetische Veranlagung.

Diese Hunde sind besonders anfällig

Generell können alle Hunde an IBD erkranken. Studien deuten jedoch darauf hin, dass die Rassen Deutscher Schäferhund, Französische Bulldogge, Basenji, Shar-Pei und Boxer häufiger von IBD betroffen sind. So beschäftigt sich eine Untersuchung von Kathrani et al. (2012) mit IBD bei Deutschen Schäferhunden. Laut der Untersuchung konnten bereits vererbbare genetische Variationen nachgewiesen werden, die mit einer IBD-Erkrankung zusammenhängen können.

Statistiken zeigen, dass auch das Alter eine Rolle spielt. Eine IBD-Erkrankung kann in jeder Lebensphase auftreten. Am häufigsten wird IBD jedoch bei Hunden mittleren Alters festgestellt. IBD bei Welpen ist eher ungewöhnlich, daher sollten bei einer Diagnose zunächst andere Verdauungserkrankungen ausgeschlossen werden.

Eine Studie von Hemida et al. (2021) weist darauf hin, dass Hunde mit vielfältigen Umweltreizen in den ersten Lebensmonaten möglicherweise weniger anfällig für IBD sind. Nach den Ergebnissen der Studie könnte ein geringer Kontakt mit verschiedenen Umweltreizen die Entwicklung des Immunsystems beeinflussen. Dadurch könnte auch das Risiko für eine IBD erhöht sein.

Symptome – So äußert sich IBD beim Hund

Die IBD beim Hund verläuft in Schüben. Ein Schub kann Tage oder Wochen dauern und jederzeit wieder auftreten. Dein Hund kann auch über einen längeren Zeitraum völlig gesund wirken. Typische Symptome sind Durchfall und Erbrechen. Auch Gewichtsabnahme und Energielosigkeit sind typische Beschwerden bei IBD, da die Aufnahme und Verwertung von Nährstoffen beeinträchtigt sein kann. Sollten die folgenden Symptome in wiederkehrenden Schüben auftreten, könnte dein Hund unter einer chronischen Darmentzündung leiden.

Symptome einer chronischen Darmentzündung beim Hund

Verdauungsprobleme:

Wiederkehrender oder starker Durchfall
Blutiger oder schleimiger Kot
Erhöhtes Kotvolumen
Nächtlicher Durchfall
Gewichtsverlust
Erbrechen
Bauchschmerzen
Gurgelnde Darmgeräusche
Blähungen
Sodbrennen bzw. Reflux-Anzeichen
Appetitlosigkeit
Gesteigerter Appetit
Wechselhafter Appetit

Stark beeinträchtigtes Allgemeinbefinden / psychische Symptome:

Erschöpfung
Unruhe
Häufiges Schmatzen
Nervosität
Ängstliches Verhalten
Schreckhaftigkeit

Mangelerscheinungen:

Verändertes Fressverhalten (z. B. Gras- oder Kotfressen)
Vitamin-B12-Mangel
Eiweißmangel
Haut- und Fellprobleme sowie dünner werdendes Fell

Die Symptome können gemeinsam oder einzeln auftreten und unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Im Zweifel sollte immer tierärztlicher Rat eingeholt werden. Außerdem können diese Beschwerden auch bei anderen Erkrankungen auftreten, zum Beispiel bei einer Futtermittelallergie, einer Pankreatitis oder anderen Darmerkrankungen. Daher ist eine eindeutige tierärztliche Diagnose der IBD wichtig.

So kann sich IBD auf das Verhalten deines Hundes auswirken

Eine IBD-Erkrankung kann sich auch auf das Verhalten deines Hundes auswirken. Manche Hunde zeigen neben Verdauungsproblemen auch Verhaltensänderungen wie Unruhe, Ängstlichkeit oder sogar aggressives Verhalten.

Du kannst deinen Hund unterstützen, indem du ihm in dieser Zeit besonders viel Zuwendung schenkst. Lasse deinen Hund möglichst wenig allein und sei verständnisvoll gegenüber Verhaltensänderungen. Ein möglichst stressarmer Alltag kann dazu beitragen, deinen Hund im Alltag zu entlasten.

In manchen Fällen kann eine medikamentöse Behandlung sinnvoll sein. Auch Ergänzungsmittel mit Tryptophan werden gelegentlich eingesetzt. Ob diese für deinen Hund geeignet sind, solltest du jedoch immer mit deinem tierärztlich besprechen.

Diagnose – Wie wird IBD beim Hund diagnostiziert?

Die Diagnose von IBD beim Hund ist leider nicht einfach. Um IBD zu diagnostizieren, muss eine sogenannte Ausschlussdiagnose vorgenommen werden. Das bedeutet, dass zunächst alle anderen Ursachen, die für die Beschwerden verantwortlich sein könnten, untersucht und ausgeschlossen werden müssen. Häufig wird zunächst eine Futtermittelunverträglichkeit oder ein Parasitenbefall vermutet, weil bei diesen Erkrankungen ähnliche Symptome auftreten.

Da die Diagnose von IBD schwierig ist, sind häufig mehrere Untersuchungen notwendig. Um andere Erkrankungen auszuschließen, werden Blut-, Kot- und Urinuntersuchungen durchgeführt. Anschließend kann der Darm durch Ultraschall oder Röntgen genauer untersucht werden. Eine verlässliche Diagnose lässt sich in der Regel erst durch die Untersuchung einer Gewebeprobe aus dem betroffenen Darmabschnitt bestätigen. Für die Behandlung der IBD beim Hund ist außerdem wichtig, welcher Darmabschnitt entzündet ist und wie weit die Erkrankung bereits fortgeschritten ist.

Aufgrund der oft schwierigen Diagnose kann IBD über längere Zeit unentdeckt bleiben. Das kann dazu führen, dass die Entzündung fortschreitet und die Darmschleimhaut langfristig geschädigt wird. In schweren Fällen können auch weitere gesundheitliche Komplikationen auftreten. Daher sind eine frühzeitige Diagnose und eine individuell abgestimmte Therapie besonders wichtig.

Wie wird der Schweregrad einer IBD beim Hund eingeschätzt?

Anhand des nachfolgenden Tests lässt sich der Schweregrad einer IBD beim Hund einschätzen. Wähle dazu bei jedem Kriterium die zutreffendste Antwort aus. Anschließend rechnest du die Punkte zusammen. So ergibt sich der CIBDAI (Canine Inflammatory Bowel Disease Activity Index), der Hinweise auf den Schweregrad der Erkrankung gibt. Die Durchführung und Auswertung des Tests sollten jedoch immer unter tierärztlicher Begleitung erfolgen. Der Test ersetzt keine tierärztliche Diagnose, sondern dient lediglich als ergänzende Orientierung.

Kriterien für die Bestimmung der IBD-Intensität beim Hund

Quelle: Gastroenterologie bei Hund und Katze von Jörg M. Steiner (Hrsg.)

Der CIBDAI dient ausschließlich der Einschätzung des Schweregrads einer IBD und ersetzt keine tierärztliche Diagnose. Die Auswertung sollte immer im Zusammenhang mit einer tierärztlichen Untersuchung erfolgen.

A. Verhalten/Aktivität

0 Punkte = normal

1 Punkt = geringgradig vermindert

2 Punkte = mittelgradig vermindert

3 Punkte = hochgradig vermindert

B. Futteraufnahme

0 Punkte = normal

1 Punkt = geringgradig vermindert

2 Punkte = mittelgradig vermindert

3 Punkte = hochgradig vermindert

C. Erbrechen

0 Punkte = kein Erbrechen

1 Punkt = geringgradig (1-mal / Woche)

2 Punkte = mittelgradig (2 bis 3-mal / Woche)

3 Punkte = hochgradig (mehr als 3-mal / Woche)

D. Kotkonsistenz

0 Punkte= normal

1 Punkt = geringgradig weicher Kot oder Beimengung von Blut und/oder Schleim

2 Punkte = sehr weicher Kot

3 Punkte = wässrige Diarrhoe (Durchfall)

E. Häufigkeit des Kotabsatzes

0 Punkte = normal

1 Punkt = zwei- bis dreimal pro Tag

2 Punkte = vier- bis fünfmal pro Tag

3 Punkte = mehr als fünfmal pro Tag

F. Verlust von Körpergewicht

0 Punkte = kein Gewichtsverlust

1 Punkt = weniger als 5 % Verlust an Körpermasse

2 Punkte = 5 bis 10 % Verlust an Körpermasse

3 Punkte = mehr als 10 % Verlust an Körpermasse

Auswertung - CIBDAI (canine inflammatory bowel disease activity index)

Rechne alle Punkte zusammen, um den Index zu bestimmen. Das Ergebnis gibt Hinweise auf den Schweregrad der Erkrankung.

0 – 3 Punkte = keine klinisch relevante Erkrankung

4 – 5 Punkte = geringgradige IBD

6 – 8 Punkte = mittelgradige IBD

9 oder mehr Punkte = hochgradige IBD

Unterscheidung zwischen Dickdarm- und Dünndarmerkrankung

IBD kann den gesamten Darm oder nur einen Teil des Darms betreffen. Daher wird bei IBD auch zwischen einer Dünndarm- und einer Dickdarmvariante unterschieden.

Bei einer Dünndarmerkrankung können die Beschwerden stärker ausgeprägt sein. Im Dünndarm werden die Nährstoffe der Nahrung über die Darmschleimhaut aufgenommen. Durch eine IBD kann die Nährstoffaufnahme gestört sein, sodass der Hund sein Futter schlechter verwerten kann. Häufige Symptome einer Dünndarmerkrankung können Erbrechen, Durchfall und Gewichtsverlust sein.

Ist nur der Dickdarm betroffen, können die Beschwerden einer IBD milder sein. Dadurch wird die Erkrankung mitunter erst später erkannt. Eine Dickdarmentzündung zeigt sich häufig durch einen plötzlich einsetzenden Kotabsatz, bei dem der Kot mit Schleim überzogen sein kann.

Dünndarm- und Dickdarmentzündungen beim Hund unterscheiden

IBD im Dünndarm
Häufig starke Beschwerden
Wiederkehrender Durchfall
Hohes Kotvolumen
Häufiges Erbrechen
Gewichtsverlust
IBD im Dickdarm
Oft mildere Beschwerden
Plötzlich einsetzender Kotabsatz
Schleimiger Kot

Therapie – Wie wird IBD beim Hund behandelt?

Ist dein Hund an IBD erkrankt, solltest du die Behandlung genau mit der Tierklinik besprechen. Je nachdem, welcher Darmabschnitt betroffen ist und wie stark die Entzündung ausgeprägt ist, ist eine individuell abgestimmte Therapie erforderlich. Oft ist eine Kombination aus verschiedenen Therapieansätzen nötig, um die chronische Darmentzündung zu behandeln.

 

Für die Behandlung kann es sinnvoll sein, ein Tagebuch über den Verlauf der IBD und die auftretenden Symptome zu führen. So kann das Team der Tierklinik die Therapie besser an den Krankheitsverlauf deines Hundes anpassen.

Die richtige Fütterung

Ziel der Behandlung ist es, den Darm deines Hundes zu entlasten und symptomfreie Phasen möglichst zu verlängern. Dabei können Präbiotika und Probiotika dazu beitragen, die Darmflora deines Hundes zu stabilisieren. Außerdem solltest du dein Hund auf ein gut verträgliches und bedarfsgerechtes Futter umstellen. Eine angepasste Diät kann den Darm entlasten und Verdauungsprobleme lindern. Worauf du bei IBD-Futter für deinen Hund achten solltest, erklären wir dir im Abschnitt „Die richtige Fütterung bei IBD“.

Mangelerscheinungen entgegenwirken

Viele Hunde leiden bei einer chronischen Darmentzündung unter Resorptionsstörungen und Mangelerscheinungen, da die Aufnahme und Verwertung von Nährstoffen beeinträchtigt sein kann. Deshalb kann bei nachgewiesenem Mangel eine Ergänzung mit Folsäure oder Vitamin B12 erforderlich sein. Vor der Gabe von Ergänzungsmitteln oder Vitaminpräparaten solltest du jedoch immer tierärztlichen Rat einholen.

Medikamente

Je nach Beschwerden können auch Medikamente wie Sucralfat eingesetzt werden. Der Wirkstoff bildet eine schützende Schicht auf der Schleimhaut und kann deren Regeneration unterstützen. Ob eine Behandlung mit Sucralfat sinnvoll ist, sollte immer tierärztlich entschieden werden.

 

Ist die IBD stärker ausgeprägt, können auch immunsuppressive Medikamente zum Einsatz kommen. Sie unterdrücken das Immunsystem des Hundes und können dadurch dazu beitragen, die Entzündungsreaktion zu verringern. Je nach Krankheitsverlauf wird die Behandlung häufig durch weitere entzündungshemmende Medikamente ergänzt.

 

Immunsuppressiva können Nebenwirkungen haben. Je nach Wirkstoff können unter anderem ein erhöhtes Infektionsrisiko, gesteigerter Appetit oder eine Gewichtszunahme auftreten. Deshalb sollten diese Medikamente nur nach tierärztlicher Diagnose und unter regelmäßiger tierärztlicher Kontrolle eingesetzt werden. Ob die Behandlung später reduziert oder beendet werden kann, hängt vom individuellen Krankheitsverlauf ab.

Ist IBD beim Hund heilbar?

Nach heutigem Kenntnisstand gilt IBD beim Hund als nicht heilbar. Die Behandlung erfordert in der Regel eine langfristige Therapie und eine angepasste Ernährung. Ziel ist es, die beschwerdefreien Phasen möglichst zu verlängern und die Beschwerden zu kontrollieren. Mit den entsprechenden Medikamenten und einer geeigneten Fütterung lassen sich die Beschwerden häufig gut kontrollieren. So kannst du dazu beitragen, die Lebensqualität und das Wohlbefinden deines Hundes zu verbessern.

Wie lange kann ein Hund mit IBD leben?

Wird die IBD frühzeitig erkannt und behandelt, haben viele Hunde eine gute Lebenserwartung. Die richtige Therapie der IBD trägt zur Linderung der Symptome bei. So kann dein Hund an Lebensqualität zurückgewinnen und seinen Alltag wieder besser genießen. Bis dein Hund richtig eingestellt ist, kann einige Zeit vergehen. In dieser Zeit solltest du viel Geduld haben. Habt ihr die IBD gut im Griff, können viele Hunde trotz der Erkrankung noch ein langes und erfülltes Leben führen.

Folgen einer unbehandelten IBD

Wenn dein Hund unter IBD leidet, sollte die Erkrankung zeitnah behandelt werden. Durch die Entzündungen im Darm können Nährstoffe schlechter aufgenommen werden. Das kann Gewichtsverlust und Mangelerscheinungen begünstigen. Außerdem kann die Entzündung die Barrierefunktion des Darms beeinträchtigen. Dadurch gelangen Bakterien, Viren oder andere Bestandteile des Darminhalts leichter durch die Darmwand und können weitere Entzündungsprozesse fördern. Eine gestörte Barrierefunktion des Darms wird häufig als Leaky Gut (löchriger Darm) bezeichnet. In schweren Fällen können auch weitere Komplikationen auftreten, die das Lymphsystem betreffen können.

IBD im Endstadium

Bei einer weit fortgeschrittenen IBD können Hunde unter starken und anhaltenden Symptomen leiden. Die Entzündung im Darm kann die Nährstoffaufnahme beeinträchtigen, was Mangelerscheinungen und Schwäche begünstigen kann. Bei einigen Hunden spricht die Erkrankung trotz Behandlung und Futterumstellung nur noch eingeschränkt auf die Therapie an. In schweren Fällen kann eine fortgeschrittene IBD die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen und mit schwerwiegenden Komplikationen verbunden sein. Um die Erkrankung möglichst früh zu erkennen und zu behandeln, solltest du bei wiederkehrenden Magen-Darm-Beschwerden oder unerklärlichem Gewichtsverlust deinen Hund frühzeitig tierärztlich untersuchen lassen.

Fütterung – Was dürfen Hunde mit IBD fressen?

Die richtige Ernährung deines Hundes spielt bei der Behandlung einer IBD eine wichtige Rolle. Ein geeignetes Futter kann dazu beitragen, den Darm deines Hundes zu entlasten und die Verdauung zu unterstützen. Wir erklären dir, worauf du bei der Auswahl eines IBD-Futters für deinen Hund achten solltest. So weißt du, was du bei IBD füttern kannst.

Diese Eigenschaften sollte ein IBD Futter für Hunde haben

Das Futter für deinen IBD Hund sollte hoch verdaulich und gut verträglich sein, um seinen Verdauungstrakt möglichst zu entlasten. Je nach Ursache und individueller Verträglichkeit kann eine Fütterung mit nur einer Proteinquelle sinnvoll sein. Im besten Fall hat dein Hund die Proteinquelle vorher noch nie gefressen. Eine mögliche Proteinquelle sind Insekten. Da viele Hunde zuvor noch kein Insektenprotein erhalten haben, kann es im Rahmen einer tierärztlich begleiteten Ernährungsumstellung geeignet sein. Reis zählt zu den häufig eingesetzten Kohlenhydratquellen bei Magen-Darm-Diäten. Er wird gut vertragen und ist neben Maisstärke, Kartoffeln oder Tapioka eine gute Wahl für Hunde mit IBD. 

Je nach Krankheitsbild kann auch ein fettreduziertes Futter sinnvoll sein. Dabei solltest du allerdings darauf achten, dass dein Hund sein Gewicht hält und nicht weiter abnimmt. Bei einigen Hunden können Mangelerscheinungen auftreten. In solchen Fällen kann eine angepasste Versorgung mit Kalium, Natrium, Chlorid und Vitamin B12 sinnvoll sein.

Eine weitere Möglichkeit ist die Fütterung eines hydrolysierten Futters bei IBD. Bei diesem Futter wurden die Proteine in kleine Moleküle zerspalten, um das Risiko einer Immunreaktion auf bestimmte Eiweiße zu verringern. Dieses spezielle Futter für Hunde mit IBD wird auch als Futter mit Proteinhydrolysat bezeichnet.

Diese 6 Anforderungen sollte ein Futter für Hunde mit IBD erfüllen

Hochwertig und gut verträglich

Möglichst nur eine Proteinquelle (Monoprotein) – z. B. Insekten

Reis zählt zu den häufig verwendeten Kohlenhydratquellen.

Leicht fettreduziert
Fettreduziertes Trockenfutter hat typischerweise einen Fettgehalt von 5 bis 9 %, fettreduziertes Nassfutter hat typischerweise einen Fettgehalt von 2 bis 5 %

Erhöhter Kaliumgehalt
Mehr als 0,5 % bei einem Trockenfutter und mehr als 0,14 % bei einem Nassfutter

Erhöhter Natriumgehalt
Mehr als 0,18 % bei einem Trockenfutter und mehr als 0,05 % bei einem Nassfutter

Leckerlis für Hunde mit IBD

Trotz Darmentzündung muss dein Hund nicht auf eine leckere Belohnung verzichten. Achte darauf, dass die Leckerlis wenige, gut verträgliche Zutaten enthalten. Je nach Ernährungskonzept eignen sich fettarme Leckerlis besonders gut. Außerdem solltest du Leckerlis nur in kleinen Mengen füttern, um die Verdauung möglichst wenig zu belasten.

Unser Tipp: Verwende im Training einen Teil der täglichen Trockenfutterration als Belohnung. So kannst du deinen Hund belohnen, ohne zusätzlich viele Leckerlis zu füttern.

Unsere Futterempfehlung

Unser Diät-Alleinfuttermittel der Sorte Schonkost wurde speziell für Hunde mit besonderen Anforderungen an die Verdauung entwickelt. Es enthält Insekten als hochwertige Proteinquelle und Reis als gut verträgliche Kohlenhydratquelle. Das Trockenfutter enthält nur 8,2 % Rohfett, das Nassfutter sogar nur 2,5 % Rohfett. Zusätzlich zeichnet sich Schonkost durch einen erhöhten Kalium- und Natriumgehalt aus (Trockenfutter: 0,70 % Kalium, 0,25 % Natrium; Nassfutter: 0,21 % Kalium, 0,18 % Natrium). Damit erfüllt das Futter wichtige ernährungsphysiologische Anforderungen an ein Diät-Alleinfuttermittel zur Unterstützung von Hunden mit Resorptionsstörungen des Darms. Die ausgewogene Rezeptur versorgt deinen Hund mit allen wichtigen Nährstoffen und ist leicht verdaulich. Gleichzeitig sorgen die Insekten für einen leckeren Geschmack und eine hohe Akzeptanz bei vielen Hunden.

Kundinnen & Kunden mit glücklichen Hunden

So solltest du das Futter für deinen IBD Hund umstellen

Wenn dein Hund unter leichten Beschwerden leidet, kannst du ihm die Futterumstellung erleichtern, indem du die Umstellung langsam und schrittweise durchführst. Vor allem bei einer IBD Erkrankung kann dein Hund empfindlich auf neues Futter reagieren.

Leidet dein Hund unter starken Symptomen, kann auch eine sofortige Futterumstellung sinnvoll sein. Ein geeignetes Futter kann die Behandlung sinnvoll unterstützen. Weitere Infos zur Futterumstellung findest du in diesem Beitrag.

Ist dein Hund an IBD erkrankt, ist es besonders wichtig, dass er sein neues Futter verträgt. Um eine Futtermittelunverträglichkeit auszuschließen, kann eine tierärztlich begleitete Eliminationsdiät sinnvoll sein. Dabei fütterst du deinem Hund eine Proteinquelle, die er noch nie gefressen hat. Verträgt dein Hund die Proteinquelle, fügst du der Mahlzeit nach einigen Tagen eine Kohlenhydratquelle hinzu. Sollte dein Hund auf die Kohlenhydratquelle reagieren, tauschst du die Zutat durch andere Kohlenhydrate aus. Für eine Ausschlussdiät kannst du beispielsweise unser Nassfutter Hermetia Pur in Kombination mit Reis verwenden. Anschließend kannst du dann auf ein Alleinfuttermittel mit Insekten und Reis umstellen.

IBD ist eine schwere Krankheit mit starken Beschwerden. Bis die Behandlung anschlägt und sich das Wohlbefinden deines Hundes bessert, kann einige Zeit vergehen. In dieser Zeit sind Durchhaltevermögen und Geduld gefragt. Doch mit einer geeigneten Fütterung und den richtigen Medikamenten können sich die Beschwerden häufig deutlich verbessern. So kann dein Hund an Lebensqualität zurückgewinnen und ihr könnt noch viele schöne Abenteuer zusammen erleben.

Die 11 häufigsten Fragen zu IBD bei Hunden

Wir können verstehen, dass die Diagnose IBD bei deinem Hund zunächst überfordernd sein kann. Deshalb möchten wir dir die häufigsten Fragen beantworten. So kannst du deinen Hund mit IBD bestmöglich unterstützen.

Wie macht sich IBD beim Hund bemerkbar?

IBD äußert sich bei Hunden häufig durch Symptome wie Durchfall, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen und Gewichtsverlust. Manche Hunde haben zusätzlich Bauchgrummeln oder Blähungen. Die Beschwerden können unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Wenn du das Gefühl hast, dass sich dein Hund unwohl fühlt, solltest du tierärztlichen Rat einholen.

Wie lange kann ein Hund mit IBD leben?

Die gute Nachricht ist, dass Hunde trotz IBD ein langes und glückliches Leben führen können. Mit Geduld, einer geeigneten Ernährung und guter tierärztlicher Betreuung lassen sich die Beschwerden bei vielen Hunden gut kontrollieren. Dein Hund kann also trotz IBD noch viele schöne Abenteuer mit dir erleben.

Was darf ein Hund mit IBD fressen?

Wenn dein Hund IBD hat, benötigt er eine spezielle Diät. Leicht verdauliche Zutaten sind häufig Bestandteil einer geeigneten Ernährung bei Hunden mit IBD. Ein Futter mit leicht verdaulichen Zutaten, einem angepassten Fettgehalt und einer Proteinquelle, die dein Hund gut verträgt, kann sinnvoll sein. Geeignetes Futter für deinen Hund findest du in unserem Shop.

Welche Leckerlis gibt es bei IBD?

Nur weil dein Hund IBD hat, heißt das nicht, dass er auf seine Leckerchen verzichten muss. Es gibt spezielle Leckerlis, die sich für Hunde mit einem empfindlichen Magen-Darm-Trakt eignen. Achte darauf, dass sie nur Zutaten enthalten, die dein Hund gut verträgt. Alternativ kannst du auch das Trockenfutter deines Hundes zur Belohnung nutzen.

Ist IBD bei Hunden eine Autoimmunerkrankung?

IBD ist keine typische Autoimmunerkrankung, aber das Immunsystem spielt eine wichtige Rolle. Bei Hunden mit IBD reagiert das Immunsystem übermäßig auf normalerweise harmlose Bestandteile im Darm. Dadurch kommt es zu einer chronischen Entzündung des Darms. Anders als bei klassischen Autoimmunerkrankungen greift das Immunsystem dabei nicht den eigenen Körper an. Stattdessen reagiert es auf Stoffe, die es im Darm fälschlicherweise als fremd einstuft. IBD gilt daher eher als fehlgeleitete Immunantwort als als klassische Autoimmunerkrankung.

Ist Spazierengehen gut für Hunde mit IBD?

Absolut! Regelmäßige, entspannte Spaziergänge sind für viele Hunde sinnvoll. Stress kann die Beschwerden bei manchen Hunden verstärken. Ruhige Spaziergänge können deshalb dazu beitragen, den Alltag entspannter zu gestalten. Die Länge des Spaziergangs solltest du immer an die tägliche Verfassung deines Hundes anpassen. Hat er mal einen schlechten Tag, dreht ihr lieber nur eine kleine Runde.

Welches Futter beim Hund bei einer chronischen Darmentzündung?

Hunde mit chronischen Darmentzündungen benötigen eine spezielle Diät mit leicht verdaulichen Zutaten. Je nach Krankheitsbild kann auch eine fettreduzierte Ernährung sinnvoll sein. Gut verträgliche Proteinquellen wie Insekten und leicht verdauliche Kohlenhydratquellen wie Reis oder Süßkartoffeln können Bestandteil einer geeigneten Ernährung sein. Eine geeignete Ernährung ist ein wichtiger Bestandteil der Behandlung von Hunden mit IBD.

Dürfen Hunde mit IBD Karotten essen?

Ja, viele Hunde mit IBD vertragen Karotten in kleinen Mengen gut. Karotten enthalten Ballaststoffe und sind gekocht für viele Hunde gut verdaulich. Rohe Karotten vertragen manche Hunde mit IBD dagegen weniger gut. Gekochte Karotten sind daher häufig die bessere Wahl. Beobachte immer, wie dein Hund auf neue Lebensmittel reagiert, denn nicht jeder Hund verträgt dieselben Zutaten gleich gut. Wenn dein Hund Karotten gut verträgt, kannst du sie ihm gelegentlich als Leckerli anbieten.

Ist Reis gut für Hunde mit IBD?

Ja, weißer Reis ist leicht verdaulich und wird häufig als gut verträgliche Kohlenhydratquelle eingesetzt. Daher eignet er sich für viele Hunde mit IBD. Die Verträglichkeit kann jedoch individuell unterschiedlich sein. Beobachte deinen Hund deshalb genau, wenn du ihm Reis fütterst. Reagiert dein Hund empfindlich auf Reis oder verschlechtern sich seine Beschwerden, solltest du eine andere Kohlenhydratquelle wählen. Eine Alternative kann zum Beispiel lange gekochte Süßkartoffel sein. Viele Hunde vertragen Süßkartoffeln gut.

Kann Stress IBD bei Hunden verschlimmern?

Ja, Stress kann sich bei Hunden mit IBD ungünstig auf den Krankheitsverlauf auswirken. Er kann die Beschwerden verstärken und bei manchen Hunden einen IBD-Schub begünstigen. Deshalb kann eine möglichst ruhige und stressarme Umgebung sinnvoll sein. Versuche, größere Veränderungen oder hektische Situationen im Alltag möglichst zu vermeiden.

Ist IBD heilbar?

Leider ist IBD bei Hunden nicht heilbar. Mit einer geeigneten Behandlung lassen sich die Beschwerden bei vielen Hunden jedoch gut kontrollieren. So kann dein Hund trotz IBD weiterhin viele schöne Jahre an deiner Seite verbringen.